Türkei und Syrer fordern: Muslime, holt euer Geld aus der Schweiz!

  • Publiziert: 02.12.2009, Aktualisiert: 20.01.2012

ISTANBUL – Arabische Führer reden Ölscheichen, die ihre Millionen in Schweizer Tresoren bunkern, ins Gewissen: Sie sollen sich für das Minarett-Verbot rächen.

Nach der Annahme des Minarett-Verbots hat der türkische Europaminister Egemen Bagis wohlhabende Muslime in aller Welt aufgerufen, ihre Vermögen von der Bahnhofstrasse abzuziehen und in der Türkei anzulegen.Schliesslich habe der türkische Bankensektor der jüngsten Finanzkrise unbeschadet widerstanden, sagte Bagis nach Presseberichten von heute. Zugleich rief der Minister die Schweizer auf, die «fehlerhafte Entscheidung» vom vergangenen Sonntag zu korrigieren.Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Schweizer Entscheidung gestern als Zeichen einer wachsenden Islamophobie in Europa gewertet und von einem «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» gesprochen (Blick.ch berichtete).Fragen nach europäischem Druck auf den IslamAuch die Opposition in Ankara kritisierte den Ausgang der Abstimmung. Das Ergebnis zeige, dass westliche Werte lediglich im Rahmen des Christentums verstanden würden, sagte der Chef der nationalistischen Partei MHP, Devlet Bacheli.Der Vorsitzende der linksnationalen CHP, Deniz Baykal, forderte, die Türkei müsse Europa mit Fragen nach dem europäischen Druck auf den Islam konfrontierten.Auch Syrer wollen Schweiz boykottierenZu einer Kampagne gegen die Schweiz rief auch die Führung der syrischen Republik auf, die ebenso wie die Türkei ein säkularer Staat ist. Samira al-Masalme, die Chefredaktorin der regierungsnahen syrischen Tageszeitung «Teshreen», forderte einen arabischen Boykott von Schweizer Waren.Scharf kritisiert hat den Entscheid des Schweizer Stimmvolkes gestern auch die Uno. Das Verbot sei «klar diskriminierend», sagte die Hochkommissarin für Menschenrechte. (SDA/hhs)

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