Eigentor der Fifa Müssen die «Beer-Babes» 6 Monate in den Knast?

  • Aktualisiert am 19.01.2012

PRETORIA – Die Anführerinnen der holländischen «Beer-Babes», die in Südafrika wegen Schleichwerbung verhaftet wurden, müssen morgen vor Gericht.

Seit kurzem ist das holländische Bier «Bavaria» weltweit bekannt. Die Bilder der «Beer-Babes» machten Schlagzeilen, weil sie einerseits für einen (orangen) Farbtupfer unter den Fanmassen sorgten, andererseits weil die Fifa die Rädelsführerinnen verhaften liess und diese nun vor Gericht erscheinen müssen.Die «Bavaria»-Brauerei ist bekannt für Guerilla-Marketing. Vor allem für ihre Werbung, die fürs Auge männlicher Biertrinker gedacht ist. Nicht nur, dass Sylvie van der Vaart im orangen Kleidchen der Brauerei dafür wirbt, seit Jahren zieht der Hersteller die Aufmerksamkeit der Massen mit verschiedensten Werbeaktionen – meist mit jungen Frauen in knappen Kleidchen – auf sich.Schon an der WM 2006 zugeschlagenBereits an der WM 2006 verschenkte die Brauerei zu jedem Kasten Bier eine orange Lederhose. Was der Fifa auch damals ein Dorn im Auge war. So zwang sie rund 1000 Holländer dazu, vor dem Match Argentinien – Elfenbeinküste, ihre Hosen auszuziehen und den Match notgedrungen in Unterhosen zu verfolgen, berichtet die «BBC».Der selbstverständlich empörte Brauerei-Chef Peer Swinkels wurde damals zitiert: «Ich verstehe, dass die Fifa Sponsoren hat, aber sie kann nicht Leuten befehlen, ihre Lederhosen auszuziehen. Das geht zu weit.»PR-Desaster für FifaUnd was sagte Swinkels nach der jetzigen «Beer-Babes»-Affäre? «Die Fifa hat kein Monopol auf die Farbe Orange.» Die Menschen hätten schliesslich die Freiheit zu tragen, was sie wollten. Was schon damals für mehrheitlich negative Schlagzeilen für die Fifa sorgte, ist heute in noch grösserem Ausmass ein PR-Desaster für den Weltfussballverband.Denn nicht nur die holländischen Frauen verstehen die Aufregung und die Behandlung – stundenlange Verhöre – nicht, auch die niederländische Botschaft schaltete sich ein. Sie wird die beiden Rädelsführerinnen am morgigen Prozess unterstützen.Wie der Prozess auch ausgeht: die Fifa hat mit ihrem energischen Einschreiten ziemlich viele Fans vergrault. Höhnische Kommentatoren wie in der «FAZ» («Die Fifa macht es einem wirklich leicht, sie zu mögen») schrieben sich die Finger wund. Andere, wie ein Werbe-Experte in der «Zeit», formulierten es behutsamer: «Einerseits ist es ein legitimes Interesse der Fifa, ihre Sponsoren zu schützen. Andererseits hätte ihr der gesunde Menschenverstand raten können, lockerer zu reagieren.»Weltweite WerbungDass die «Bavaria»-Brauerei sich auch bei der nächsten WM irgendwie einen Namen machen wird, scheint bereits gesichert. Oder wie es Bavaria-Chef Swinkels sagt: «Unsere Marke ist auf den Kleidern kaum zu sehen. Aber nun spricht die ganze Welt über uns.»Und dass die PR-Abteilung von «Bavaria» Profis sind, zeigt diese Verballhornung des beliebten Heineken-Spots – ausgerechnet der Sponsor der niederländischen Nationalmannschaft – mit dem Bier-Kleiderschrank. Aber sehen Sie selbst. (num)
Auch Fussballer-Frau Sylvie van der Vaart wirbt für die holländische Biermarke.- www.bavaria.nl

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