Mord-Serie schockt Italien Brachten Doktor Tod und seine Geliebte 80 Menschen um?

COMO (I) - Ein italienisches Killerpärchen soll Patienten und mehrere Familienangehörige getötet haben. Jetzt sitzen Anästhesist Leonardo C. (60) und Krankenschwester Laura T. (40) im Knast.

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Er nannte sich Doktor Tod und sie war ihm hörig. Anästhesist Leonardo C.* (60) aus Rovellasca und Krankenschwester Laura T.* (40) aus Lomazzo, beides in der Provinz von Como (I), haben möglicherweise über ein Dutzend Patienten zu Tode gespritzt. Auch vier eigene Familienangehörige starben auf dubiose Art und Weise.

Morgens um 9.30 Uhr klickten die Handschellen

Zwei Jahre lang ermittelt die Staatsanwaltschaft von Busto Arsizio (I) gegen das Killerpärchen. Eine Pflegerin hatte 2012 Anzeige erstattet. Daraufhin versteckten Ermittler Wanzen im Haus und in den Autos der Verdächtigen, belauschten ihre Telefonate. Gestern Morgen um 9.30 Uhr schlugen die Carabinieri zu und nahmen Leonardo C. und Laura T. bei Como fest, wie die italienische Tageszeitung «Corriere della Sera» berichtet.

Die Beweislage ist erdrückend. Im 61 Seiten dicken Haftbefehl sind abgehörte Telefongespräche des Duos aufgezeichnet. Danach haben Doktor Tod und seine Geliebte in den Jahren 2012 und 2013 im Spital von Saronno bei Varese (I), wo beide zu dem Zeitpunkt arbeiteten, ältere Patienten mit einem tödlichen Cocktail aus Medikamenten ins Jenseits geschickt. Sie verabreichten ihren Opfern die überdosierten Beruhigungs- oder Betäubungsmittel Chlorpromazin, Morphium, Midazolam, Promazin und Propofol.

Geliebte soll ihren Ehemann getötet haben

Vier Mordanschläge auf Patienten scheinen sicher. In 80 weiteren verdächtigen Todesfällen in der Klinik wird noch ermittelt. Zudem werfen die Ankläger Laura T. vor, auch ihren Ehemann Massimo G. (†46) mit einer Überdosis Insulin vergiftet zu haben.

Ebenfalls verdächtig sind die Umstände im Unglück vom August 2013 auf dem Hof La Regina in Lomazzo. Dort lebt Laura T. mit ihrer Familie, als der Onkel von Lauras Ehemann, Nazzareno G. (†71), in die vier Meter tiefe Jauchegrube stürzt und ertrinkt. Auch Lauras Mutter und Lauras Schwager sterben unter mysteriösen Umständen. Das Werk von Laura T.?

Leichen den Schweinen verfüttern?

In einem abgehörten Gespräch mit ihrem Sohn (11) macht Laura T. Vorschläge, wen aus der Familie man wie am besten umbringen könnte. «Der Mord muss perfekt sein. Wenn sie dich erwischen, dann landest du im Knast und verlierst das Haus», belehrt sie den älteren ihrer zwei Söhne. Nonna Maria und die Tante Gabriella seien schwer zu töten, so Laura T., sie wögen zu viel. «Wie würdest du die Leichen wegschaffen?», fragt sie ihren Sohn, «wir haben ja nicht einmal mehr Schweine.»

«Ich bringe auch meine Söhne um»

Selbst ihre Kinder sind vor der Mordlust der Krankenschwester nicht sicher. Am Telefon erklärt Laura T. ihrem Liebhaber, den sie schon vor ihrer Hochzeit kannte: «Wenn du willst, bringe ich auch meine Söhne um.» Laura T. gesteht Leonardo C. übers Handy: «Es gibt Tage, da habe ich Lust, jemanden zu ermorden.»

Auch Leonardo C. gerät in einen Tötungsrausch. Kollegen und Pfleger geben bei der Polizei zu Protokoll, dass sich der Anästhesist selbst als «Todesengel» oder «Doktor Tod» bezeichnet habe. Bei Visiten von Sterbenskranken habe er auch schon mal gesagt: «Über diesen Patienten werde ich meine Flügel des Todes ausbreiten.»

Wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen weitere 14 Spitalangestellte.

* Namen der Redaktion bekannt.

Publiziert am 28.12.2016 | Aktualisiert am 29.12.2016
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2 Kommentare
  • Bernhard  Voolken 29.12.2016
    Die beiden werden dafür sicher hart bestraft werden. Ich schätze mal so ca. 10 Jahre...
  • Alexandra   Renold aus Zürich
    28.12.2016
    Ja da kann man froh sein wenn man seinem Arzt noch einbisschen vertrauen kann.