Kampf gegen Krebs gewonnen Mädchen (11) nimmt sich wegen Mobbing das Leben

OHIO (USA) - Obwohl die 11-jährige Bethany Thompson den Kampf gegen den Krebs gewonnen hat, sah sie keinen Grund mehr, weiterzuleben. Und zwar, weil sie in der Schule gemobbt wurde.

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Bethany Thompson mit ihrer Mutter Wendy Feucht. Facebook

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Die kleine Bethany Thompson (†11) hatte es nie leicht in ihrem Leben. Die Schülerin kam mit einem Hirntumor zur Welt und musste sich mehreren Bestrahlungen unterziehen, bevor ihr das Karzinom in einer Operation entfernt wurde. Das Leben, das die Ärzte ihr damals gerettet hatten, nahm sie sich jetzt – und das alles, weil sie sich in der Schule gemobbt fühlte.

Nach Angaben ihrer Mutter Wendy Feucht hatte sie es nicht mehr ausgehalten, dass Mitschüler sie wegen ihres leichten Gesichts-Schiefstands, den sie als Folge der Operation zurückbehalten hatte, nicht nur gehänselt, sondern geschnitten und angegriffen wurde. Zuletzt wohl noch wenige Stunden, bevor sie sich auf der Veranda des Hauses ihres Vaters eine Kugel in den Körper schoss.

Sie erzählte einer Freundin von ihrem Plan

Im Schulbus, der sie nach Unterrichtsschluss nach Hause brachte, hatte sie ihrer einzigen Freundin von ihrer Verzweiflung erzählt, berichtet die Mutter Wendy. «Sie sagte, dass sie sich am liebsten umbringen wolle, sobald sie zuhause ist.» Woher die Waffe stammte, ist noch nicht geklärt.

Ihr Vater Paul Thompson, bei dem Bethany seit der Scheidung der Eltern lebte, fragt sich, warum die Schule nichts gegen die ständigen Angriffe, die seine Tochter ausgesetzt war, unternommen habe und ihr niemand half: «Die Tragödie hätte verhindert werden können.»

Am Morgen, bevor Bethany zur Schule fuhr, hatte Thompson ihr noch versprochen, abends mit ihr in ein Pizza-Restaurant zu gehen: «Sie schien ganz begeistert.»

Bestürzung in der Schule ist gross

Schon vor einiger Zeit hatte Bethany Anti-Mobbing-Poster gemalt und in der Schule aufhängen wollen, was aber angeblich von der Leitung verhindert wurde. Dort ist die Bestürzung jetzt gross. Schulleiter Chris Piper: «Im letzten Jahr haben wir erstmals von dem Mobbing gehört. Wir haben mit allen Beteiligten gesprochen und dachten, damit sei die Sache aus der Welt geschafft.»

Bethanys Fall ist nicht der erste an der Schule: Vor vier Jahren hatte sich bereits eine 12-Jährige das Leben genommen.

Publiziert am 03.11.2016 | Aktualisiert am 10.01.2017
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10 Kommentare
  • Margrith  Zinden 03.11.2016
    Mein Sohn hatte als10 järiger durch Unfall die obere rechte Gesichtshälfte zertrümmert, ganzes Auge verloren, Sehnen und Nerven beschädigt etc. Gesicht etwas entstellt. In der Schule wurde er ausgelacht das man ihn für nichts gebrauchen kann, nur als einäugiger Pirat. War für meinen Sohn und mich als Mutter sehr schlimm. Grausam, aber alle Diejenigen konnten uns zum grossen Glück den Lebensmut nicht nehmen.
    • Stephan  Siegfried aus Zürich
      03.11.2016
      Kompliment. Leider schaffen dies viele nicht. Denn zum Bedauern der Betroffenen ist es so, dass rund 1 Prozent aller Menschen ausgeprägte antisoziale Persönlichkeitsstörungen haben. Diese «Psychopathen» bringen es auch immer wieder fertig, andere so zu instrumentalisieren, dass genau solche traurigen Verhaltensmuster mit einem kollektiven Fehlverhalten vorkommen. Es wäre zu begrüssen, wenn dieses eigentlich schon recht gut erforschte Phänomen endlich «Salonfähig» würde..
  • Sabina  Wallner 03.11.2016
    Erschütternd, einfach nur schrecklich.
    Leider werden die Mobber nicht der Schule verwiesen, sondern das Opfer muss in eine andere Schule gehen. Die Schulverwaltung kann nur eines: Wegschauen und sagen, es wäre alles nicht so schlimm.
    Man muss sich mal vorstellen, wie schlimm es für sie war: Sie hat lange gekämpft, den Krebs zu besiegen, war eine Kämpferin und sah, aufgrund des Mobbings keinen anderen Weg, ausser dem Suizid. Da kann man nur erahnen, wie schlimm es sein musste.
    • Morgan  Schwab aus Bülach
      03.11.2016
      Und genau deshalb gehören Mobber hart angefasst. Ich seh keinen Grund, Mobbern zu erlauben, in der Schule zu bleiben, genauso wenig Grund gibts diese noch mit einem Zeugnis zu belohnen. Kein Zeugnis und Rauswurf aus der Schule sollten für Mobber die Realität sein, auch an unseren Schulen. Und das sollte an allen Schweizer Schulen sein. Ebenso sollte es rückwirkend für Mobbingopfer möglich sein, Schmerzensgeld von den Schulen zu verlangen - und von den Mobbern..
    • Oliver  Schlatter 04.11.2016
      Was wollen Sie damit erreichen? Eine neue Form von Sozialhilfefällen? Ohne Zeugnis und Schulabschluss werden die Jugendlichen nur schwer eine Arbeitsstelle finden.
      Aber dass die Mobber sanktioniert werden ist unbestritten. So zum Beispiel die Ferien in einem Behindertemheim verbringen und mitarbeiten. Genauso wichtig ist die Unterstützung der Mobbingopfer.
  • drafi  schweizer aus berg
    03.11.2016
    eine traurige Geschichte, doch die Wiederholt sich täglich irgendwo auf dieser Welt ohne dass darauf Aufmerksam gemacht wird, Erwachsene wissen es, Kinder können Grausam sein, die meisten merken nicht was sie ihren gleichaltrige antun, man denkt sogar dass es einfach so sein muss, zum Kind sein, zum älter werden, doch da werden dann Schicksale daraus, wie dies nun passiert ist, ein Kind wird Gemobbt bis es nur noch einen Ausweg sieht, und scheinbar merkt, hat es niemand gemerkt wohin es führt
  • Annemarie  Schwab , via Facebook 03.11.2016
    Alle wollen einzigartig sein, und doch uniform! Das geht von den Markenklamotten, den angesagtesten Schuhen übers Handy und macht auch vor Aussehen und Verhalten nicht halt. Keiner wagt sich mehr, nicht regelkonform zu sein. Wird der Schwächste gemobbt, hat meist keiner den Mumm, ihm beizustehen, denn sonst grenzt er sich selber aus. Wir müssten lernen, auf die Meinung der andern zu pfeiffen, aber eben. Und die Schulleiter meinten, mit einem Gespräch sei es getan! Kontrollieren hätten sie müssen
  • Niels  Huggli aus Zug
    03.11.2016
    Die Schule ist ein Mobbingnest. Wer nicht den Standards entspricht, wird fertig gemacht. Im Berufsleben geht das weiter. Auch hier werden Leute, die nicht der Norm entsprechen gemobbt. Wie Leben in einer Leistungs- und Konkurrenzgesellschaft.
    • Susanne  Reich 03.11.2016
      Nur, dass diese Mobber meistens - wie früher die Halbstarken - nur in der Gruppe "gross" sind, auf sich gestellt, sind sie plötzlich kleinlaut. Oft werden Menschen gemobbt, welche positiv auffallen. Manchmal habe ich das Gefühl, als ob dieser "Mob" nicht wahrhaben wollte, dass man auch positiv durchs Leben gehen kann. Es müssen anscheinend immer alle auf dem selben tiefen Niveau gehalten werden. Schade.
    • Margrith  Zinden 03.11.2016
      Mein Sohn hatte als10 järiger durch Unfall die obere rechte Gesichtshälfte zertrümmert, ganzes Auge verloren, Sehnen und Nerven beschädigt etc. Gesicht etwas entstellt. In der Schule wurde er ausgelacht das man ihn für nichts gebrauchen kann, nur als einäugiger Pirat. War für meinen Sohn und mich als Mutter sehr schlimm. Grausam, aber alle Diejenigen konnten uns zum grossen Glück den Lebensmut nicht nehmen.