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Randalierer der Klubs Al-Masri und Al-Ahly Kairo gerieten nach Spielschluss (überraschender 3:1-Sieg für Al-Masri) aneinander. Bei den schweren Krawallen im ägyptischen Port Said kamen mindestens 79 Menschen (darunter einige Sicherheitskräfte und auch deren Angehörige) ums Leben. Das bestätigt Hesham Sheiha, Staatssekretär des Gesundheitsministeriums.
Über 1000 Verletzte
Sheiha: «Das ist das grösste Unglück in der ägyptischen Fussball-Geschichte!» Gegenüber der Onlineausgabe der Zeitung «Al-Ahram» sagt Hassan al-Isnawi, der Leiter des Spitals in Port Said, viele Personen seien erdrückt worden. Einige Opfer wiesen schwere Kopf- und Stichverletzungen auf.
Über tausend Menschen wurden verletzt. Darunter rund 200 schwer. «Das hat mit Fussball nichts zu tun. Das ist Krieg und die Menschen vor unseren Füssen sterben», sagt Al-Ahly-Spieler Mohamed Abo Treika, «das ist schrecklich, das werde ich nie vergessen.»
Trainer gibt Schuld der Polizei
«Die Schuld hat einzig und allein die Polizei», sagt Manuel José, der portugiesische Al-Ahly-Trainer, der nach eigenen Aussagen mit Tritten und Faustschlägen attackiert wurde. José: «Es waren Dutzende Beamte im Stadion, aber die sind plötzlich alle verschwunden oder haben gar nichts unternommen.» Auch Abo Treika kritisiert das Verhalten der Polizei und fragt: «Ist das Leben eines Menschen so wenig wert?»
Chaoten des Heimteams Al-Masri stürmten Sekunden nach dem Schlusspfiff den Rasen, warfen mit Steinen und Flaschen nach den Fans des Erzrivalen aus Kairo und bombardierten diese mit Feuerwerkskörpern - ohne Rücksicht auf Verluste.
Auch Spieler verletzt
Auch die eigenen Spieler blieben von den Attacken nicht unverschont. Den beiden Teams gelang die Flucht in die Garderoben. Internet-Videos zeigen, wie einige Spieler in den Kabinen notversorgt werden mussten. Spieler des Auswärtsteams wurden mit Hubschraubern des Militärs ausgeflogen.
Wie die Nachrichtenagentur «AFP» meldet, sollen laut den Muslimbrüdern (eine der einflussreichsten sunnitisch-fundamentalistischen Bewegungen im Nahen Osten) hinter den Krawallen Schergen des im Februar 2011 gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak stecken.
Die Tragödie hatte sich abgezeichnet: Bereits vor dem Anpfiff stürmten Al-Masri-Anhänger das Spielfeld, woraufhin die Partie erst mit halbstündiger Verspätung gestartet werden konnte. Während der Pause und bei jedem Tor des Heimteams liefen erneut einige Menschen den Rasen.
Ausschreitungen auch in Kairo
«Das ist ein schwarzer Tag für den Fußball. Ich bin sehr schockiert und traurig. Eine solch katastrophale Situation ist unvorstellbar und sollte nicht passieren. Meine Gedanken sind bei den Familien derer, die ihr Leben verloren haben», sagt Fifa-Boss Sepp Blatter im «Schweizer Fernsehen».
Aufgrund des Dramas von Port Said wurde das in Kairo laufende Ligaspiel zwischen Zamalek und Ismaily abgebrochen. Verärgert über diesen Entscheid steckten einige Zamalek-Anhänger Teile des Stadions in Brand. Das Feuer konnte aber unter Kontrolle gebracht werden.
Militär riegelt Port Said ab
Wie «Al Dschasira» berichtet, hat das ägyptische Militär Truppen nach Port Said geschickt, um weitere Ausschreitungen zwischen den beiden Fan-Lagern zu verhindern. Die Soldaten sichern nun die Zufahrtsstrassen zu der Hafenstadt im Nordosten Ägyptens. (yap/rrt)
Nach den Ausschreitungen von Fussball- Fans mit 74 Toten in Ägypten hat der regierende Militärrat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Die Sicherheitskräfte sehen sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Beim Empfang der Spieler des Kairoer Fussballvereins Al-Ahli bei ihrer Rückkehr aus der Stadt Port Said mahnte Feldmarschall Hussein Tantawi in der Nacht zum Donnerstag zu Zuversicht. «Dies wird Ägypten nicht kleinkriegen», sagte Ägyptens höchster Mlitär auf einem Stützpunkt der Luftwaffe nahe der Hauptstadt.«Solche Ereignisse passieren überall auf der Welt. Wir werden die Verantwortlichen nicht davonkommen lassen.» Augenzeugen hatten nach der Gewalt am Mittwochabend kritisiert, die im Stadion anwesenden Sicherheitskräfte hätten nicht entschlossen eingegriffen. Bei Protesten in der Nacht richtete sich die Wut von Demonstranten daher auch gegen den Militärrat.Ägyptens Regierung und auch das Parlament wollen am Donnerstag wegen den Ereignissen von Port Said zu Sondersitzungen zusammenkommen. (sda)
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