«Mindestens 100'000 Tote»

  • Aktualisiert am 03.01.2012
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RANGUN – In Burma herrscht das absolute Chaos. Nach dem Wirbelsturm «Nargis» gibt es immer mehr Tote. Und die Helfer bleiben wegen administrativen Fehlern stecken.

Nach dem verheerenden Zyklon «Nagris» sind im Katastrophengebiet von Burma die ersten Hilfsleistungen eingetroffen. Das Kinderhilfswerk Unicef ist mit gut 100 Mitarbeitern vor Ort und verteilt nach eigenen Angaben in der Küstenregion bereits Erste-Hilfe-Pakete mit dem Nötigsten.

Doch die Lage ist chaotisch: Viele Helfer sitzen noch im Nachbarland Thailand fest und warten auf die Einreisegenehmigung. Die Uno hat dringend an die Militärregierung appelliert, die Visa-Bestimmungen zu lockern.

Die Regierung gab die Opferzahlen gestern Abend mit 22000 Toten und 41000 Vermissten an. «Wir gehen davon aus, dass mindestens 100000 umgekommen sind», sagte der Direktor des Büros der Exilregierung im thailändischen Mae Sot, Aung So, der Nachrichtenagentur dpa.

«Wir haben noch keine konkrete Vereinbarung mit der Regierung», sagte Unicef-Sprecher Patrick McCormick zu «BBC». «Wir haben die Bitte um Hilfe einfach als grünes Licht interpretiert, dass wir in die betroffenen Gebiete vordringen können.»

Die Militärregierung habe auch eigene Ressourcen, die dringend mobilisiert werden müssten. «Wir brauchen zum Beispiel dringend Helikopter», sagte McCormick.

Auch im Burma selber wächst die Kritik an dem abgeschotteten Regime. Hilfslieferungen aus China und Thailand seien am Flughafen in Rangun vor der Auslieferung umgepackt worden, um den Anschein zu erwecken, dass die Rationen von der Regierung selbst kamen, sagte Aung So. (SDA/spj)

Verhasste Militärs kneifen, Mönche helfen

Brutale Gewalt ist die Sprache der Militärjunta in Burma. Das Volk ist seit Jahrzehnten nichts anderes gewohnt. Doch dass die Generäle auch in der Stunde der grössten Not kein menschlicheres Gesicht zeigen, könnte ihnen nun zum Verhängnis werden. «Die Wut im Land ist gross, und sie wächst», sagt Aung So, Direktor des Büros der Exilregierung im thailändischen Mae Sot. Er spricht tagtäglich mit Kontaktpersonen im Land. «Die Menschen sind sauer, weil es keine Warnung gab, obwohl die Schneise des Zyklons 48 Stunden vorher bekannt war, und weil keine Hilfe kommt.» Während die Uniformträger sich derzeit rar machen auf Burmas Strassen, sind es die leidgeprüften Mönche, die der Bevölkerung helfen. Hunderte von ihnen machen sich mit Äxten an die Aufräumarbeiten, schaffen umgestürzte Bäume aus dem Weg und tragen Betonbrocken und Schutt weg. «Wir brauchen jetzt die Mönche, um diese Strasse zu räumen», sagt eine Frau in einem westlichen Stadtteil von Rangun. Ihren Namen will sie aus Furcht vor Repressalien nicht nennen. «Natürlich haben wir auf Hilfe der Behörden gehofft, aber bis jetzt haben sie sich nicht blicken lassen», sagt die Frau vor der Kulisse der Zerstörung. (SDA)
- Blick.ch/ent

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