Michelle zu nackt für den Kongress

WASHINGTON – Die First Lady zeigt Haut. Und sie kann es sich leisten. Doch hinter vorgehaltener Hand melden sich jetzt die konservativen Neider.

  • Aktualisiert am 14.01.2012
  • Von Dierk Sindermann und Lukas Füglister
Michelle Obama habe mit diesem Kleid das Kapitol entweiht, sagen Konservative.- Keystone

Michelle Obama – die neue Stilikone Washingtons. Wo sie auftritt, zieht sie die Blicke auf sich. So auch am Dienstagabend, als sie in einem ärmellosen, dunkelvioletten Kleid im Kapitol der Rede ihres Mannes lauscht.

Er spricht vor den Abgeordneten zur Lage der Nation. Doch unter denen widmet manch einer seine Aufmerksamkeit lieber der Präsidentengattin als der verzweifelten Wirtschaftssituation des Landes.

Jetzt gibt es erstmals Kritik an der Freizügigkeit von Michelle. Sie habe mit ihrem ärmellosen Kleid das US-Kapitol entweiht, sagen konservative Abgeordnete hinter vorgehaltener Hand. Auch Cookie Roberts, die Herausgeberin eines Buches über die First Lady, fordert: «Schluss mit ärmellosen Kleidern im Kapitol.» Aber Michelle lässt sich in Mode-Dingen nicht beirren. Wie zum Trotz trägt sie auch am Tag danach an einer Gala wieder ärmellos.

Auch sonst gibt sich die selbstbewusste Frau ganz authentisch. «Wir fühlen uns im Weissen Haus schon ganz zu Hause», sagt die First Lady im ersten Interview, seit sie dort einzog, dem amerikanischen Magazin «People».

Daddy ärgert viel in seinem Job

So essen Barack und Michelle mit ihren Töchtern Sasha (7) und Malia (10) fast jeden Abend gemeinsam: «Wir spielen dann Rosen und Dornen. Jeder von uns erzählt, was ihn an diesem Tag besonders gefreut und geärgert hat. Den Girls ist dabei aufgefallen, dass ihren Daddy in seinem Job vor allem viel ärgert.»

Michelle und Barack stehen jeden Morgen um 5.30 Uhr auf und treiben zusammen Sport im hauseigenen Fitnessstudio. Danach frühstücken sie und sprechen über Baracks Termine. Obwohl der Präsident und Michelle ihre privaten Blackberrys behalten haben, schreiben sie sich während des Tages keine SMS. Michelle: «Ich schaue entweder persönlich bei meinem Mann im Oval Office vorbei oder hebe mir das, was ich zu sagen haben, fürs Abendessen auf.»

Sasha und Malia hätten sich gut eingelebt: «Sie haben unglaublich Spass und lieben ihre neue Schule. Es ist erstaunlich, wie wenig sie das Trara um uns herum beeindruckt.» Die First Girls müssen wie früher ihre Betten machen, den Tisch abräumen und ihre Zimmer sauber halten.

Und wann stösst endlich der neue Hund zur Familie? Michelle sagt, nicht vor April. Denn noch immer hätten sie sich nicht für eine Rasse entscheiden können. Immerhin haben sich die Töchter bereits Namen ausgedacht: Frank oder Moose. «Doch ich finde beide nicht besonders einfallsreich. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen sich etwas Besseres ausdenken.»

Barack führt die Nation, aber zumindest auf der Tanzfläche führt Michelle.- AP, Keystone, Reuters

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