MH17-Absturz nur die Spitze des Eisbergs Mit was Putin alles durchkommt

Die Eskalationsspirale dreht sich weiter: Die Untersuchungsergebnisse zum MH17-Absturz belasten die gespannten Beziehungen zwischen dem Westen und Russland schwer.

Provokation nach Provokation: Wladimir Putin (63). play

Provokation nach Provokation: Wladimir Putin (63).

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Die Indizien sind erdrückend. Nach über zweijährigen Ermittlungen zum MH17-Absturz über der Ostukraine ist das internationale Joint Investigation Team überzeugt: Die Spur führt zu den prorussischen Rebellen – und nach Russland selbst. Die unzähligen Telefonmitschnitte und Videoaufnahmen lassen kaum mehr einen Zweifel zu, dass sich die Verantwortlichen für den Tod von 298 Passagieren irgendwo auf russischem Boden befinden.

Ursache geklärt: Die MH17-Maschine wurde von prorussischem Gebiet aus mit einem Buk-Luftabwehrsystem der russischen Streitkräfte abgeschossen. play

Ursache geklärt: Die MH17-Maschine wurde von prorussischem Gebiet aus mit einem Buk-Luftabwehrsystem der russischen Streitkräfte abgeschossen.

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Noch ist unklar, ob die malaysische Maschine gezielt vom Himmel geholt wurde oder ob es dafür einen Befehl gab; einige der abgehörten Telefongespräche lassen zumindest den Schluss zu, dass es ein «Versehen» gewesen sein könnte. Nichtsdestotrotz deutet das Verhalten Russlands darauf hin, dass man etwas zu verbergen hat. Im vergangenen Sommer verhinderte Moskau mit einem Veto die Einsetzung eines Sondertribunals für MH17. Statt mit den Ermittlern zu kooperieren, rührte Moskau lieber die Propagandatrommel.

Die auch sonst schon angespannten Beziehungen zwischen dem Westen und Russland werden durch die Untersuchungsergebnisse nun weiter strapaziert – zumal der russische Staatschef Wladimir Putin (63) immer unberechenbarer wird. 

- An der Seite der syrischen Truppen bomben Putins Luftstreitkräfte derzeit die einstige Handelsmetropole Aleppo in Schutt und Asche. Zuletzt flog man gar gezielt Angriffe auf die kürzlich ausgezeichnete Hilfsorganisation Weisshelme, die Zivilisten aus Trümmern rettet.

Im Visier von Assad und Putin: Hilfsorganisation Weisshelme in Aleppo. play

Im Visier von Assad und Putin: Hilfsorganisation Weisshelme in Aleppo.

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- Gegen Oppositionelle im eigenen Land geht Putin mit eiserner Hand vor. Menschen, die ihre Stimmen gegen das Regime erheben – egal ob Zivilisten, Journalisten oder Aktivisten –, müssen generell um ihr Leben fürchten.

- Der Demokratieabbau schreitet unter Putin langsam, aber beständig voran. Gleichzeitig steht Land nach dem Kollaps des Ölpreises wirtschaftlich so schwach da wie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr.

- Im Ukraine-Konflikt fährt Putin seinen aggressiven Kurs fort, lässt sich von ukrainischen Nationalisten immer wieder unnötig provozieren. Vor allem darauf ist es zurückzuführen, dass die Kämpfe im Osten des Landes auch fast drei Jahre nach dem Ausbruch der Maidan-Proteste andauern.

Säbelrasseln an der Nato-Grenze: Russisches Armeefernsehen zeigt Bombeneinschläge, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Estland entfernt. play

Säbelrasseln an der Nato-Grenze: Russisches Armeefernsehen zeigt Bombeneinschläge, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Estland entfernt.

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- Im Sommer liess Putin Grossmanöver an der nordwestlichen Grenze Russlands durchführen – begleitet von martialischer Rhetorik gegen die Nato. Damit machte er sich nicht nicht nur im Baltikum, sondern in ganz Osteuropa Feinde.

Trotz alldem sitzt der Kreml-Chef fester im Sattel denn je. Vor eineinhalb Wochen gewann Putins Partei Einiges Russland die Wahlen in die Staatsduma klar. Sie konnte ihre Dominanz gar ausbauen und verfügt nun über genug Sitze, um die Verfassung zu ändern. Die Tatsache, dass Putin sein zunehmend autoritäres Regime durch aussenpolitischen Abenteuer zu legitimieren versucht, wird im wirtschaftlich gebeutelten Russland gerne übersehen – oder totgeschwiegen. 

Publiziert am 29.09.2016 | Aktualisiert am 29.09.2016
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19 Kommentare
  • bruno  bieri aus Nidau
    30.09.2016
    Naja,wenn man von demokratieabbau und Gewalt und Verfolgung von Medienschaffenden und Kritikern hört,weiss man wenigstens was unsere SVP-Anhängerdchaft so fasziniert an diesem (und anderen) Despoten...
  • Georgio  Alberone aus Basel
    30.09.2016
    Was soll immer diese Russland-Hetze? Putin ist alles andere als ein Heiliger, aber viele der Punkte sind absolut einseitig dargestellt:
    - MH17: so klar ist da noch lang nicht alles...
    - Aleppo: Wie soll man sonst gegen radikale Islamisten vorgehen die eh an keiner friedlichen Lösung und nur an einem Gottesstaat unter ihrer Führung interessiert sind?
    - Manöver: ein Grossmanöver der Nato an der russischen Grenze ging voraus, das ist dann OK?
    - Ukraine: die Provokationen sind da gegenseitig
  • Andreas  Zbinden aus Zürich
    30.09.2016
    Sind das die selben Weisshelme welche als Propagandabteilung der syrischen al-Nusra Front überführt wurden und an Hinrichtungen der Terrororganisation beteiligt sind ?
  • Martin  Baumann 30.09.2016
    Der Artikel oben scheint mir etwas einseitig und beruht Teils auf Behauptungen:
    " Gegen Oppositionelle im eigenen Land geht Putin mit eiserner Hand vor. "
    Damit meinen Sie wohl den Wirtschaftskriminellen Chodorowski. Oder worauf beruht diese Behauptung?

    "bomben Putins Luftstreitkräfte derzeit die einstige Handelsmetropole Aleppo in Schutt und Asche."
    Ja, aber er bekämpft dabei auch Terroristen und Islamisten. Die vom IS befreiten Städte im Irak waren ebenfalls stark zerstört durch Luftschläge.
    • Theo  Elmiger aus Widnau
      30.09.2016
      Endlich ein aufrechter Schweizer der Putin mit einem Heiligenschein ausstattet und gleichzeitig übersieht wobei es um sein Handeln geht.
      Putin gleicht Stalin immer mehr und spielt in der gleichen Liga wie z.B. Erdowahn.
    • Hermann  Dornauer aus Bishkek
      30.09.2016
      Guter Mann, sie haben nicht den Hauch einer Ahnung was in Putinstan so abgeht. Die Presse, das Fernsehen, alles ist gleichgeschaltet und bevor Sie die Frage stellen, ja ich spreche fliessend Russisch und schau auch die Känale in D und E die die Russen ausstrahlen.
      Gruss aus Kirgisien.
    • Mike  Gartner 30.09.2016
      @Martin Baumann: ... und wieder schicken die Friedensbringer vom Kreml ihre Tank-bare Hilfe, in bester 68er Tradition. Toll mit welchen Worten und mit welcher Logik Sie dies für sich selbst legitimieren.
  • Lisa D.T.  Moser 30.09.2016
    Ich finde Putin ist ein kalter einsamer Mensch. Man sehe nur seine eiskalten ausdrucklosen Augen. Sein ganzes Gehabe, das er zu Show trägt, zeigt auf, dass dieser Mann nur sich selber, na sagen wir mal, liebt, denn ich glaube nicht dass dieser Mann zu Liebe fähig ist. Ich weiss ncht wie es sich anfühlt, Macht zu besitzen, aber ich finde es auch nicht erstrebenswert, wenn ich dafür Menschen opfern müsste. Ich fage mich überhaupt, ob es noch Politiker gibt die ein Gewissen haben? Arme Politiker!