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Bei den Landtagswahlen in drei deutschen Bundesländern haben die regierenden Christdemokraten in Thüringen und dem Saarland zweistellige Verluste erlitten. Der Verbleib der dortigen Ministerpräsidenten im Amt war laut Prognosen von «ARD» und «ZDF» zweifelhaft.
Den deutlichsten Einbruch zeichnet sich für die CDU im Saarland ab. Dort muss der allein regierende CDU-Ministerpräsident Peter Müller sogar um eine künftige Regierungskoalition mit der FDP zittern. Möglich ist, dass SPD und Linke zusammen stärker als CDU und FDP werden.
Gemäss «ARD»-Hochrechnung von 18.15 Uhr rutschen die Christdemokraten um 12 Punkte auf 34,6 Prozent ab. Die SPD erhielt 25,1 Prozent. Die Linke, die mit dem früheren saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine an der Spitze angetreten ist, kam auf 20,7 Prozent. Die FDP erzielte 9,3 Prozent, die Grünen erreichten 5,7 Prozent.
Thüringen
Auch in Thüringen sieht es für die seit zehn Jahren allein regierende CDU mit Regierungschef Dieter Althaus schlecht aus: Hier liegt das bürgerliche Lager laut den Prognosen klar hinter dem Lager aus Linken, SPD und Grünen.
Weil die SPD deutlich hinter der Linken zurückbleibt, ist in Thüringen aber offen, ob es eine Koalition zwischen der SPD und der Linken oder eine Dreierkoalition gemeinsam mit den Grünen geben könnte – auch eine grosse Koalition aus CDU und SPD ist möglich.
Nach den Prognosen der «ARD» verliert die CDU mehr als zehn Prozentpunkte und fällt auf 32,5 Prozent nach 43 Prozent vor fünf Jahren. Die «ZDF»-Prognose sagt ihr 31 Prozent voraus. Die SPD kann sich zwar auf 18,5 Prozent leicht verbessern, zweitstärkste Kraft bleibt aber die Linkspartei. Für sie stimmten 26 Prozent der Wähler.
Die FDP schafft mit 8 Prozent den Sprung in den Landtag. Auch die Grünen zogen wie die FDP erstmals seit 1990 wieder in den Erfurter Landtag ein. Auf sie entfielen 5,5 Prozent.
NPD mit Wahlerfolg
In Sachsen dürfte CDU-Amtsinhaber Stanislaw Tillich zusammen mit der FDP weiterregieren. Nach den Zahlen der «ARD» bleibt die CDU nahezu unverändert bei 41 Prozent nach 41,1 Prozent vor fünf Jahren.
Zweitstärkste Kraft bleibt die Linkspartei mit 20,5 Prozent. Die SPD bleibt mit 10 Prozent nahezu unverändert. Die FDP verbessert sich deutlich auf 10,5 Prozent nach 5,9 Prozent, die Grünen behaupten sich mit 6,0 Prozent.
Der rechtsextremen NPD gelingt mit einem Wähleranteil von 5,5 Prozent erstmals der Wiedereinzug in ein Landesparlament. (gca/SDA)