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Als hätte er nie die Existenz von Gaskammern bestritten. Als hätte er nie den Holocaust geleugnet. Der Erzkonservative Bischof Richard Williamson wurde von Papst Benedikt XVI. rehabilitiert – als wäre nichts geschehen.
Ein Akt, der alle vor den Kopf stiess. Judenverbände reagierten entsetzt, forderten eine umgehende Erklärung vom Vatikan. Doch der liess auf sich warten. Eine Woche nach der Rehabilitierung heuchelte der Holocaust-Leugner Williamson eine Entschuldigung. Er nahm aber von seinen Äusserungen nichts zurück.
Letzten Mittwoch schliesslich bekräftigte der Papst seine Solidarität mit den Juden. Die Vernichtung der Juden sei «ein Mahnmal gegen jedes Vergessen und Leugnen», sagte er während der Generalaudienz in Rom.
Doch das reicht nicht: Angela Merkel greift jetzt in die Holocaust-Debatte in der Katholischen Kirche ein. Die Kanzlerin forderte Papst Benedikt XVI. auf, für Klarheit zu sorgen: Merkel sagte, es sei normalerweise nicht ihre Aufgabe, innerkirchliche Entscheidungen zu bewerten.
Aber es gehe in der aktuellen Debatte um die Leugnung des Holocausts und grundsätzliche Fragen des Umgangs mit dem Judentum. «Deshalb darf das nicht ohne Folgen im Raum stehen bleiben», sagte sie. Aber diese Klarstellung sei aus ihrer Sicht «noch nicht ausreichend erfolgt».
Sie will das Problem ein für alle Mal aus der Welt schaffen: «Es geht darum, dass von Seiten des Papstes und des Vatikans sehr eindeutig klargestellt wird, dass es hier keine Leugnung geben kann.»
Der Vatikan wies die Forderung nach einer Klarstellung umgehend zurück. Die Verurteilung jeder Holocaust-Leugnung durch Benedikt XVI. hätte «nicht klarer sein können», sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi in Rom.
Der Papst habe «volle Solidarität» mit den Juden erklärt und sich wiederholt von einer Leugnung der Judenvernichtung distanziert. Er habe klar erklärt, dass die Zurücknahme der Exkommunikation von Williamson nicht bedeute, dass damit die Holocaust-Leugnung legitimiert werde. Ob das der Bundeskanzlerin reicht? (num)