Mensch oder Meer?

  • Aktualisiert am 13.01.2012

ATHEN – Menschliches Versagen soll beim Untergang der «Sea Diamond» vor Santorini eine Rolle gespielt haben. Der Kapitän aber gibt Strömungen die Schuld.

Minister Manolis Kefaloyiannis lobte heute den Rettungseinsatz nach der Havarie des Schiffs und erklärte, man konzentriere sich derzeit auf die Suche nach zwei wahrscheinlich ertrunkenen französischen Passagieren. Zweiter Schwerpunkt der Arbeit sei der Schutz der Umwelt.

Der Minister informierte Regierungschef Kostas Karamanlis über den Stand der Suchaktion vor Santorini, wo die «Sea Diamond» am einen Felsen auflief und am Freitag sank (Blick Online berichtete). Es wird vermutet, dass sich die Leichen der beiden Ertrunkenen noch in dem Wrack befinden.

Taucher suchten mit Unterstützung eines ferngesteuerten U-Boots nach den Vermissten sowie dem Datenschreiber, der Hinweise auf die Unglücksursache liefern könnte. Das U-Boot sollte Fotos von dem Wrack machen, das in 70 bis 130 Meter Tiefe liegt.

Mit Hilfe der Bilder wollen Experten die Stabilität des Wracks prüfen, bevor die Taucher ins Innere schwimmen. Andere Helfer bemühten sich, das Auslaufen von weiterem Öl aus dem Schiff zu verhindern.

Der Kapitän der «Sea Diamond» machte Meeresströmungen für den Unfall verantwortlich. Gegen ihn und fünf weitere Besatzungsmitglieder wird wegen Fahrlässigkeit ermittelt.

Erfolglose Suche

Die Suche nach den beiden vermissten Passagieren des vor Santorini gesunkenen Kreuzfahrtschiffs ist heute zunächst ergebnislos verlaufen. Vier Tage nach dem Untergang der «Sea Diamond» begann ein ferngesteuertes U-Boot, das Wrack zu filmen. Erst wenn Lage und Stabilität geklärt sind, können Taucher im Inneren des Schiffes nach den vermissten Franzosen – einem 45-jährigen Mann und seiner 16-jährigen Tochter – suchen. Die beiden wurden bei der Havarie vermutlich in ihrer Kabine eingeschlossen und sind ertrunken.
Wer hat die «Sea Diamond» versenkt: Mensch oder Meer?- Reuters

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