Philippinen Mehrere hundert Tote nach Tropensturm «Ketsana»

  • Publiziert: 28.09.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

MANILA – Nach den verheerenden Überschwemmungen vom Wochenende haben hunderttausende Menschen heute teils vergeblich auf Hilfe gewartet. Die Rettungsdienste waren angesichts der Zahl der Bedürftigen und der Grösse des Katastrophengebiets überfordert.

«Wir konzentrieren uns jetzt auf die Verteilung von Nahrungsmitteln und anderen Notwendigkeiten», sagte Verteidigungsminister Gilberto Teodoro. Er versuchte verzweifelte Opfer, die nach zwei Tagen immer noch keine Retter gesehen hatten, zu beschwichtigen. Es waren in der Region die schlimmsten Überschwemmungen seit mehr als 40 Jahren.

Tropensturm «Ketsana» hatte am Samstag 80 Prozent der Hauptstadt Manila und weite Teile der umliegenden Provinzen unter Wasser gesetzt. Eine halbe Million Menschen waren betroffen, viele haben alles verloren. Ihre Häuser und Autos waren teils von den Wassermassen fortgerissen worden. Nach dem Ablauf des Wassers blieben überall meterhoch Schlamm und Geröll zurück.

Die Katastrophenbehörde bestätigte offiziell 100 Tote, doch hatten die betroffenen Gemeinden bis heute Abend schon mehr als 200 Todesopfer gemeldet. Allein in Manila waren 75 Menschen umgekommen.

Dort hatte der heftige Regen viele Strassen in reissende Flüsse verwandelt. Autos waren wie Spielzeug fortgerissen und gegen Hauswände geschleudert worden. Die Rettungskräfte hatten Schwierigkeiten, durch Schutt und Geröll zu dem Opfern zu kommen.

Wieviele Menschen noch festsassen, wusste der Katastrophenschutz nicht. 8000 Menschen waren von Dächern und aus Baumkronen gerettet worden. 500000 Menschen waren insgesamt betroffen, mehr als 110000 wurden in Notunterkünften betreut. Nach einer Schätzung belief sich der Schaden auf umgerechnet etwa 2,5 Millionen Franken.

Die UNO, die USA, Japan und China schickten Hilfspakete auf die Philippinen. Die Hilfsorganisation World Vision begann, Notrationen aus Helikoptern abzuwerfen, wie ein Sprecher sagte. Viele Menschen hätten mehr als zwei Tage ohne Essen und Trinken im strömenden Regen ausharren müssen und seien völlig entkräftet.

Tropensturm «Ketsana» zog von den Philippinen aus in Richtung Vietnam: Meteorologen warnten aber schon vor zwei neuen Regenfronten. (SDA/b38)

play Tropenstrum «Ketsana» setzte fast die ganze Hauptstadt Manila unter Wasser. (AP)

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