SAN JOSÉ - Costa Rica ist vor wenigen Stunden von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,6erschüttert worden. Eine Tsunamiwarnung wurde für die gesamte Pazifikküste von Mexiko bis Chile herausgegeben.
In der nicht weit vom Epizentrum entfernten Kleinstadt Hojancha stürzten nach Angaben einer Behördensprecherin einige Häuser ein. Erdrutsche blockierten zudem zwei Strassen. Ein derart heftiges Beben habe es in der Region seit mehr als 50 Jahren nicht gegeben.
Das Rote Kreuz Costa Ricas berichtete von zwei Toten. Eine Person habe einen Herzinfarkt erlitten. Die zweite Person sei von einer einstürzenden Mauer begraben worden, meldeten die lokalen Medien.
Im Ort Nicoya mit rund 13'000 Einwohner wurden einige Wohnungen und das Justizgebäude beschädigt. Es wurden auch Schäden auf Landstrassen gemeldet.
In der Ortschaft Paquera seien zwei Menschen im Hotel Barceló Tambor leicht verletzt worden, meldete der Gemeindepräsident Alcides González. Auch dort wurden Schäden auf Landstrassen gemeldet.
In der Hauptstadt San José kam es zu Panikszenen. Telefon- und Stromleitungen wurden unterbrochen, das Internet war auch gestört. Der Schulunterricht fiel in der betroffenen Region aus.
Küstenorte evakuiert
Im benachbarten Nicaragua waren Tausende Einwohner an der Pazifikküste aus Angst vor einem Tsunami vorübergehend in Sicherheit gebracht worden.
Das Zentrum des Bebens lag etwa 140 Kilometer westlich von San José in etwa 40 Kilometern Tiefe. Betroffen war vor allem die Halbinsel Nicoya, die auch bei Touristen beliebt ist.
Die Erdbebenwarte Costa Ricas RSN erklärte, dass das Beben um 8.42 Uhr Ortszeit wegen der Unterschiebung der Coco-Platte unter der Karibik-Platte in der Region der Nicoya-Halbinsel ausgelöst wurde. Fünf stärkere Nachbeben wurden verzeichnet.
Die Präsidentin Laura Chinchilla rief in einer Fernsehansprache die Bevölkerung zur Ruhe auf. Es gebe keine Berichte über Opfer noch seien schwerere Schäden verzeichnet worden.
Im April 1983 waren bei einem Erdstoss der Stärke 7,4 in Costa Rica und Panama mehr als 100 Personen ums Leben gekommen. Im Januar 2009 waren bei einem Beben der Stärke 6,2 in einem Touristengebiet etwa 40 Kilometer von San José entfernt 23 Menschen ums Leben gekommen und dutzende Häuser zerstört worden.
Die Tsunami-Warnung wurde unterdessen wieder aufgehoben. (SDA/snx)