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Massaker in Syrien: Assads Frau bricht ihr Schweigen

Das Volk liebte Asma al-Assad. Jetzt ist es enttäuscht. Die syrische First Lady sah schweigend zu, wie ihr Ehemann Tausende abschlachtet. Jetzt, nach elf Monaten, äussert sie sich erstmals in einem Email.

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Präsident Assad spricht Mitte Januar zu seinen Anhängern (Archiv) play Präsident Assad spricht Mitte Januar zu seinen Anhängern (Archiv) (sda)

«Arabischer Frühling, was ist das? Eine neue Modelinie?» So witzeln derzeit viele in Syrien über die modebewusste Ehefrau von Präsident Baschar al-Assad. Es liegt viel Bitterkeit in diesen Worten. Denn Assads elegante Ehefrau Asma hat die Menschen enorm enttäuscht. Bis zum Aufstand wurde die zierliche 36-Jährige im ganzen Land verehrt, wegen ihres humanitären Engagements nannte man sie auch liebevoll «Lady Di des Nahen Ostens». Jetzt beklagt das Land Tausende Tote. Und die engagierte Asma, die fast jede Woche öffentlich auftrat, schweigt. Elf Monate lang verliert sie kein Wort über die Gräueltaten in ihrer Heimat.

Erst jetzt hat die Syrierin sich erstmals seit den Unruhen zu Wort gemeldet. Gegenüber der Londoner «Times» äussert sie sich in einem Email: «Der Präsident ist der Präsident von Syrien und nicht der Präsident einer Interessensgruppe, und die First Lady unterstützt ihn in dieser Rolle.»

Weiter heisst es in dem Mail: «Die sehr volle Agenda der First Lady konzentriert sich nach wie vor auf die wohltätigen Projekte, die die First Lady bereits seit langem unterstützt, dazu kommen das Engagement landwirtschaftlicher Entwicklungsprojekte und, bei Bedarf, die Unterstützung ihres Mannes.»

Salbungsvoll tönt es weiter: «Derzeit ist die First Lady ebenso involviert, Differenzen zu überbrücken als auch den Dialog zu fördern. Sie hört den Familien von Opfern der Gewalt zu und tröstet sie.»

Asmas Familie: Sunniten aus Homs

Das Mail ist eine Reaktion auf einen Artikel der «Times» von letzter Woche. Es ging um die Frage, was eine so intelligente, gebildete und im liberalen London aufgewachsene Frau über das Schlachten und Foltern im eigenen Land denkt.

Immerhin war Asma nicht nur jahrelang als Wohltäterin  aufgetreten – ihre sunnitische Familie stammt ausgerechnet aus Homs, der Hochburg der Aufständischen und Ziel der brutalsten Attacken des Regimes.

«Asma macht auf Vogel Strauss. Ihr Email klingt, als ob die aktuelle Situation zum Tagesgeschäft gehöre!» Asma tue so, als ob sie weiterhin ungestört ihren Wohltätigkeitsarbeiten nachgehe, doch das sei derzeit völlig unmöglich, sagt Chris Doyle vom Zentrum für arabisch-britische Zusammenarbeit. «Können Sie sich etwa vorstellen, wie Asma eine Witwe tröstet, deren Mann von den Schlägertruppen Assads erschossen oder zu Tode geprügelt wurde?»

Hilfe für Somalia, Schweigen daheim

 Die syrische Opposition reagiert ähnlich verärgert auf das Mail der syrischen First Lady. Es sei «untragbar scheinheilig»: «Wir haben eine Liste von 5000 Familien mit Todesopfern. Keine hat bisher Trost oder einen Besuch von ‹Ihrer Hoheit› erhalten.»

Asma habe laute Töne gespuckt, als es um Hilfe in Somalia ging, sei aber stumm geblieben, als es um ihr eigenes Volk ging. «Sie hat bewiesen, dass jede ihrer Spenden in der Vergangenheit allein ihrer eigenen Publicity galt», sagt ein Aktivist.

«Das Regime lebt in gänzlicher Ablehnung der Realität. Asma al-Assad ist nicht anders als ihr wahnhafter Ehemann. Sie ist verantwortlich dafür, ein schweigendes Mitglied dieser Mafia-Familie zu sein.» (gux)

Asma al-Assad arbeitete bei der Deutschen Bank

Asma Assad wurde am 11. August 1975 in Acton bei London geboren. Ihr Vater ist ein bekannter Kardiologe und ehemaliger syrischer Diplomat. Asma besuchte eine private Mädchenschule, studierte Informatik und französische Literatur und arbeitete später bei Privatbanken wie PJ Morgan  und der Deutschen Bank. Im Jahr 2000 heiratete sie Baschar al-Assad. Einige Quellen behaupten, die beiden hätten sich in den Ferien in Syrien kennengelernt. Anderen Quellen zufolge war die Heirat eine traditionell arrangierte. Pikant: Asmas Familie sind Sunniten, Baschar al-Assad aber ist Alawit. Seit den Unruhen ist Syrien haben die Spannungen zwischen diesen Religionsgruppen ungemein zugenommen, besonders weil das Regime vor allem auf Alawiten im Sicherheitsapparat stützt.

Alle Kommentare (4)

  • Paolo  Caldini , Rovio
    Baschar hat Russland und China im Rücken. Wir hängen am Gashahn der Russen, können den Chinesen nicht den "Stinkefinger" zeigen, da wir ihnen unsere Produkte verkaufen wollen und chinesische Produkte importieren wie wild, weil wir uns mit "Ramsch" eindecken wollen, um unsere ungebremste Komsumlust befriedigen können.
    Noch Fragen ?
    • 07.02.2012
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  • Pauli  Habegger , Sissach
    Diesen Baschar al-Assad muss man vernichten. Den dieser unheilbar kanke Mann gehört ab der Welt. Kann einfach nicht verstehen, das es im Jahre 2012 immer noch solche Tyrannen, als Staatsoberhäupte geben kann. Und warum schaut die Nato dort zu? Auch das kann ich nicht verstehen! Bin mir sicher das Schurkenstaaten wie Syrien, Iran zusammen arbeiten. Hoffe, wenn israel den Iran angreifen sollte, das sie gleich noch Syrien und Assad stürzen. Den Israel hat die nach den USA, beste ünd bestausgebildetste Armee der Welt! Da kann weder der Iran, noch Grossbritanien oder sonst wer mithalten!
    • 07.02.2012
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    • müller  sepp
      Ähhhh nicht ganz korrekt diese Anschuldigung! Die NATO kann nicht von sich aus re- bezw. agieren! Sie braucht eine UNO-Resolution!
      • 08.02.2012
      • als Kommentar auf Pauli  Habegger , Sissach
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    Wenn es richtig ist, dass einer kommen kann und die offizielle Regierung in Wüste schicken will, dann Frage ich mich warum wir dies nicht tun.
    • 07.02.2012
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  • Marco  Götz , Bern
    Der hängt bald wie Sadam!!!
    • 07.02.2012
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