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Peruanischer Frauen-Knast Überbelegt, schlechte medizinische Versorgung, übles Essen. (AP)
Der Anruf kommt am Montagabend um 20 Uhr. Melanies Mutter (44) geht an den Apparat. Wie jedes Mal, wenn seit der Verhaftung ihrer Tochter das Telefon klingelt, hofft sie nur eines: dass Melanie am Apparat ist und sagt, dass es ihr gut geht.
«Hoi Mami, ich bins», tönt es leise aus der Leitung. Melanie weint: «Ich will nach Hause.» Der einzige Wunsch des Teenagers: dass ihr Mami sie heimholt!
Es ist das erste Lebenszeichen ihrer Tochter, seit Melanie vor 15 Tagen mit 3,5 Kilo Kokain im Koffer in der peruanischen Hauptstadt Lima festgenommen wurde. Seither sitzt sie im berüchtigten Frauenknast «Santa Monica». Bekannt für hoffnungslose Überbelegung, schlechte medizinische Versorgung, übles Essen.
Auch Melanies Mutter weint. «Es war ein sehr emotionaler Moment für meine Frau», sagt Melanies Vater. Seit zwei Wochen bangt das Ehepaar um sein Kind.
Die Serviertochter Melanie B.* aus Olten SO flog mit ihrem Freund Stephan W.* (24) für einen Kurztrip nach Peru. Als der Autolackierer und seine Freundin heim wollen, werden sie am Flughafen Lima verhaftet. Ihre Eltern, Freunde und ihre Chefin waren sofort sicher: Melanies hochverschuldeter Freund hat ihr die Drogen untergejubelt (Blick.ch berichtete).
Gegenüber ihrem peruanischen Anwalt hat Melanie versichert: «Ich bin unschuldig.»
«Es geht ihr den Umständen entsprechend gut», sagt der Vater(45). Melanie erzählt: «Mami, ich schlafe mit vielen Frauen in einer Zelle. Ich werde gut behandelt und bin auch nicht krank oder so.» Melanie sagt: «Ich vermisse euch. Ich will heimkommen.» Traurig sagt sie am Ende des Gesprächs: «Tschüss Mami, bis bald.»
Der Anruf dauert nur wenige Minuten, dann muss Melanie wieder auflegen. Ermöglicht wurde der Anruf offenbar durch den peruanischen Anwalt. Über ihn haben Melanies Eltern ihrer Tochter Geld zukommen lassen. Damit sie sich im Horrorknast besseres Essen, Seife und Shampoo kaufen kann.
Ob es das Schweizer Aussenministerium nun schafft, Melanie in ein Gefängnis in die Schweiz überführen zu lassen, ist höchst ungewiss. Denn die Verhandlungen mit den peruanischen Behörden sind nicht einfach. Melanies Vater sagt: «Wir haben aber Hoffnung, dass unsere Tochter bald in die Schweiz darf.»
* Namen der Redaktion bekannt
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Melanie B. Angeklagt wegen Drogenschmuggel.