Mädchen (8) verhungert nach Zahn-OP

  • Publiziert: 11.02.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

LONDON – Sophie Waller hatte schreckliche Angst vor dem Zahnarzt. Darum entfernten ihr die Ärzte in einer OP gleich alle Milchzähne. Mit tödlichen Folgen.

Ein seltsamer wie tragischer Fall erschüttert England. Die achtjährige Sophie Waller ist tot. Tot, weil sie Angst vor dem Zahnarzt hatte. Denn als sie vier Jahre alt war, schnitt ihr ein Zahnarzt in die Zunge. Ein Erlebnis, dass Sophie nie mehr vergass. So weigerte sie sich seither, den Mund zu öffnen, wenn sie zum Zahnarzt sollte.

Doch eines Tages war es wieder soweit – die Eltern gingen aber ins Spital von Truro, 400 Kilometer von London entfernt. Dort entfernten ihr Ärzte in einer OP gleich alle sieben verbliebenen Milchzähne.

Seither verweigerte Sophie jegliche Nahrungsaufnahme. Nicht mal den Eltern zuliebe, wollte das Mädchen seinen Mund öffnen. Nach einer Woche entliess das Spital das Mädchen – und verwies die Eltern an eine Kinderpsychologin. Ein fataler Fehler.

Denn diese sagte den Eltern, sie sollten sich trotz des Gewichtsverlustes von Sophie keine Sorgen machen. Der Hausarzt gab der Familie nur telefonisch Rat, schaute sich das trotzige Kind nicht an.

Der Vater rief die die Psychologin aus Sorge teils mehrfach am Tag an. «Sie sagte, sie käme nächste Woche», erklärte die Mutter Janet gemäss «Spiegel Online». Doch da war es zu spät: Rund drei Wochen nach der Operation erlag Sophie einem Nierenversagen, das durch Unterernährung und Dehydrierung ausgelöst worden war.

Jetzt wird untersucht, wie der Tod von Sophie Waller zustande kam – das erfordert das britische Recht. Jedoch handelt es sich nicht um eine Gerichtsverhandlung. Weder Spital, Ärzte noch die Eltern haben eine Strafe zu befürchten. (num)

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