Haiti-Wunder Mädchen (17) nach 15 Tagen gerettet

  • Aktualisiert am 19.01.2012
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PORT-AU-PRINCE – Diese Nachricht aus Port-au-Prince gleicht einem Wunder. Gestern wurde eine 17-Jährige nach 15 Tagen lebend aus den Trümmern geborgen.

15 Tage lang war eine 17-Jährige unter den Trümmern ihres Hauses verschüttet. Die Suchtrupps haben die Suche nach Überlbenden längst aufgegeben. Doch gestern endlich kam die Rettung für die Junge Frau!

Nachbarn sagten, das Haus sei am Tag des ersten schweren Erdbebens vor gut zwei Wochen eingestürzt, wie «CNN» berichtet. Seither lag sie dort unter dem Schutt, eingeschlossen in einem Hohlraum. «Ich weiss nicht, wie sie so lange durchhalten konnte», sagte einer der französischen Helfer.

Stark dehydriert

Das Mädchen habe eine Beinverletzung und stehe unter Schock. Sie habe Zugang zu Wasser gehabt, sei aber stark dehydriert. Nun soll die Jugendliche auf einem französischen Lazarettschiff vor der Küste Haitis behandelt werden.

Inzwischen wurden mehr als 130 Menschen lebend aus den Trümmern gerettet. Amtlichen Angaben zufolge wurden fast 170000 Tote registriert, die Regierung befürchtet aber mehr als 200000 Todesopfer. Bis zu einer Million Menschen sind obdachlos, die Hauptstadt Port-au-Prince liegt in Trümmern.

Wiederaufbau des Präsidentenpalasts

Auch der Präsidentenpalast wurde teilweise zerstört. Diesen will Frankreich nun offenbar wieder originalgetreu aufbauen. «Unser Botschafter hat mir gesagt, dass Frankreich bereit ist, den Nationalpalast so zu rekonstruieren wie er war», sagte der haitianische Präsident René Préval.

Der imposante weisse Palast mit seinen drei Kuppeln war 1918 vom haitianischen Architekten Georges Baussan nach dem Vorbild des Weissen Hauses gebaut worden. Derzeit leben tausende Obdachlose in den Ruinen des Gebäudes. Präsident Préval regiert vorübergehend von einem Polizeigebäude nahe des Flughafens von Port-au-Prince aus.

Weiter gab Préval bekannt, dass die für Ende Februar angesetzte Parlamentswahl verschoben werden soll. «Der Wahlkampf sollte morgen beginnen, aber aus ersichtlichen Gründen wird das nicht passieren», sagte er. Auch die Büros der Wahlkommission seien bei dem Beben eingestürzt, die Wahlunterlagen unter den Trümmern begraben. Ein neuer Termin für die Wahl sei noch nicht angesetzt worden.

Zinsloses Darlehen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährte dem Land unterdessen einen Notkredit in der Höhe von 114 Millionen Dollar zur Bewältigung der Folgen des Bebens vor gut zwei Wochen.

Das zinslose Darlehen sei die grösste Summe, die der haitianischen Regierung nach dem Beben zur Verfügung gestellt worden sei, teilte die in Washington ansässige Organisation mit. Mit dem Geld solle Haiti dringend benötigte Importe finanzieren und die Banken mit Bargeld versorgen.

Die UNO schätzt die Zahl der Obdachlosen auf 800000 bis zu einer Million Menschen. Ihre Situation werde immer bedrohlicher, sagte UNO- Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. «Wir suchen verzweifelt Zelte und Behelfsunterkünfte.» Auch die Versorgung mit Essen sei kritisch.

Gleichwohl bessere sich die Situation: «Die Versorgung läuft flüssiger und wir erreichen immer mehr Menschen. Aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns.» (gca/SDA)

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