Mädchen (14) klagt gegen Social-Media-Gigant Facebook zittert vor der Racheporno-Rache

BELFAST (UK) - Eine 14-Jährige lehrt Social-Media-Unternehmen das Fürchten: Gewinnt sie im Prozess gegen Facebook, könnte dies die Handhabung von Sexting im Netz grundlegend verändern – und unzählige Klagen auslösen.

Facebook zittert vor Klage einer 14-Jährigen wegen Nackt-Fotos play
Der Gerichtsentscheid in Belfast könnte bahnbrechende Folgen haben für alle Social Media Kanäle. Erik Tham

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Ein Teenie könnte die Social Media Welt grundsätzlich verändern: Das 14-jährige Mädchen aus Nordirland klagt gegen Facebooks Handhabung von Rache-Nacktbildern – und würde bei einem Prozessgewinn eine Flut von Klagen auslösen.

Bild konnte immer wieder gepostet werden

Auf einer sogenannten «shame page» auf Facebook wurde ein Nacktfoto der jungen Frau ab November 2014 während mehreren Monaten wiederholt gepostet. Immer wieder meldete der Teenie das Bild bei Facebook – trotzdem wurde es nicht permanent blockiert.

Jetzt zieht die junge Geschädigte vor Gericht und klagt wegen unrechtmässiger Nutzung von privater Information, Fahrlässigkeit und Verletzung des Datenschutzgesetzes. 

Die Anwälte des Mädchens werfen Facebook vor, dass für das Unternehmen sehr wohl die Möglichkeit bestehe, ein wiederholt gepostetes Bild zu blockieren, da das Foto nachverfolgt werden könne. Der Fall wird wahrscheinlich erst nächstes Jahr vom Gericht in Belfast angehört.

Prozessausgang hat globalen Einfluss

Der Gerichtsfall ist der erste seiner Art in Grossbritannien und könnte bei einem Gewinn der Klägerin weltweiten Einfluss auf die Handhabung von explizitem Bildmaterial im Netz haben – alle Social Media Unternehmen wären davon betroffen. Die schwierige Gratwanderung zwischen Zensur und Schutz, Offenheit und Verantwortung der Plattformen zeigte sich in der Vergangenheit bereits in zahlreichen Fällen rund um den Globus.

«Dieser Gerichtsentscheid könnte Fluten von anderen Zivilklagen nach sich ziehen gegen Facebook und andere Social-Media-Seiten», sagt der Medienanwalt Paul Tweed zu «The Guardian». Die Anzahl der Anfragen von anderen Opfern sei in letzter Zeit merklich gestiegen. «Das könnte in der Zukunft ein richtiges Problem werden für all diese Seiten.» 

Rolle von Social Media als Gratwanderung

Nach EU-Gesetzgebung können Social-Media-Seiten bei Sexting-Vorfällen nicht in die Verantwortung genommen werden, solange sie schnell auf entsprechende Meldungen reagieren.

Wenn nun die Betreiber proaktiv nach potentiellen missbräuchlichem Bildmaterial suchen würden, müssten sie demnach redaktionelle Verantwortung übernehmen – gleichzeitig würden sie dann haften, wenn sie etwas übersehen. (kra)

Publiziert am 10.10.2016 | Aktualisiert am 21.10.2016
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7 Kommentare
  • Michael  Berger aus St. Gallen
    10.10.2016
    Recht hat das Mädchen, respektive die Anwäkte, insofern, dass man ein Foto für den Upload sperren können sollte. Allerdings geht das schwer, da man die Software austricksen kann. Die Uploader sind zu bestrafen, nicht die Plattform. Der Plattform hingegen neue Regeln vorzugeben macht Sinn. Uploader gehört Account gesperrt, auch ein Autodelete zuvor entfernter Bilder sollte ein Muss sei - ohbe haftbar zu sein. Denn Facebook ist keine Redaktion, wie Blick korrekt schreibt.
  • Sello  Waser 10.10.2016
    @Stauffer Zitat: Haha selber schuld wenn man ein Nacktfoto macht. ?! Ich glaube mich trifft der Schlag, es handelt sich nicht, Liebe Blickredaktoren, um eine junge Frau sondern um ein Kind. Sie ist erst 14!
    Ich habe bis 16 Jahre mit Puppen gespielt. Mit ist klar, dass die heutige Generation etwas anders tickt, aber hallo man darf nicht vergessen dass sie ein Kind ist. Oder waren all jene negativ Kommentatoren mit 14 Unschuldslämmer?
  • Bob  Stauffer 10.10.2016
    Haha selber Schuld wenn man ein Nacktfoto macht, da spielt es keine Rolle ob man es verschickt oder nicht.
    Und gegen einen solchen Gigant han man keine Chance, man zieht immer denn Kürzeren..
    Und etz an alle: Macht keine Nacktfotos wenn ihr mit den Konsequenzen nicht leben könnt. Sobald man ein Foto macht, egal welches, wenn ein Internetzugang besteht kann Google oder FB schon auf das Foto zugreifen: es ist WAHR
  • Ro  Be aus Rheintal
    10.10.2016
    leider sind nicht alle auf dem Laufenden, denn es geht darum, Bilder die gemeldet und gelöscht sein sollten an Facebook, diese aber NICHT gelöscht wurden. das Gleiche ist bei Street viver das gleiche, denn auch hier werden Daten nicht sofort gelöscht, welche unerlaubt aufgezeichnet wurden! Der Datenschutz wird klar nicht eingehalten und sie wird Recht bekommen, hoffentlich! Denn in Facebook sind und können keine Daten privatrechtlich sauber geschützt werden!
    Einmal angemeldet, immer angemeldet.
    • Meier  Ernst aus Erde
      11.10.2016
      Content kann und wird als nicht aufrufbar markiert und ist deshalb nicht mehr öffentlich sichtbar. Dass diese Daten nicht gelöscht werden ist ein anderes Thema. Hier geht es darum, das Bilder des Mädchens immer wieder zu Facebook hochgeladen werden und Facebook dies nicht verhindert bzw. die Uploader nicht sperrt. Streng genommen und wenn Facebook wiederholt über diesen Fall informiert wurde macht sich Facebook der Verbreitung von Kinderpornografie schuldig und dann wirds eng für FB.
  • Jean-Pierre  Tock aus Nidau
    10.10.2016
    Sie wird diesen Prozess leider verlieren. Wenn jemand per Post Nacktbilder verschickt, kann man auch nicht die Post verklagen. Man muss denn Versender verklagen.
    • Meier  Ernst aus Erde
      11.10.2016
      Die Analogie zur Post ist nicht gegeben, denn Facebook weiss, wer die Bilder hochlädt. Die Post weiss im Normalfall nicht, wer der Absender eines Briefes ist. Falls Facebook auf Hinweise hin nicht adäquat reagiert, also Uploader umgehend sperrt, das Bild bzw. den Hash des Bildes sperrt, dann hat Facebook juristisches Problem am Hals. Als Betreiber einer Seite hat man Pflichten, u.a. rechtswidrige Inhalte spätestens bei Kenntnis unterbinden. Dem kommt FB nicht nur in diesem Fall nicht nach.