Für eine Aufklärung des Falles fehlten die Beweise, gab die Staatsanwaltschaft heute Abend bekannt. Damit gehen die Behörden auch nicht länger dem Verdacht nach, für das Verschwinden von Maddie könnten ihre eigenen Eltern verantwortlich sein.
Madeleine war am 3. Mai 2007 aus einem Appartement in einer Ferienanlage an der Algarveküste verschwunden, während ihre Eltern in einem nahegelegenen Restaurant mit Freunden zu Abend assen. Die McCanns starteten eine beispielslose weltweite Medienkampagne, um auf den Fall aufmerksam zu machen. (SDA)
Ex-Chefermittler mit umstrittenem Buch
LONDON – Kurz vor der erwarteten Einstellung der Ermittlungen im Fall Madeleine hat ein geplantes Buch des ehemaligen Chefermittlers für Empörung gesorgt.
Der inzwischen entlassene portugiesische Ermittler Gonçalo Amaral will diesen Donnerstag ein Buch veröffentlichen, in dem er die Vorwürfe gegen die Eltern des britischen Mädchens bekräftigt. Er wolle damit dazu beitragen, «die Wahrheit zu finden», sagte Amaral heute im BBC-Fernsehen. Der Sprecher der Eltern, Clarence Mitchell, sagte hingegen: «Es ist eine Schande, dass Herr Amaral offenbar den Drang verspürt, aus dem Verschwinden von Madeleine Geld zu machen.» Amaral war nach fünf Monaten unter anderem wegen Kritik an der britischen Polizei entlassen worden. In «A Verdade da Mentira» (Die Wahrheit der Lüge) vertritt er erneut die These, dass Madeleine in der Ferienwohnung in Südportugal zu Tode kam, die Eltern die Leiche verschwinden liessen und dann eine Entführung vortäuschten. Er gehe immer noch davon aus, dass das britische Mädchen tot sei.