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Bürgerreporter Rami Al-Sayed mit seiner Tochter.
(AFP)Marie Colvin war eine erfahrene Kriegsreporterin. Die US-Amerikanerin arbeitete bereits seit Jahren für die britische «Sunday Times», berichtete während des arabischen Frühlings aus Libyen und Ägypten. Doch ihre Routine in Krisengebieten nützte ihr heute Morgen nicht mehr.
Bewusst gejagt, als sie versuchten zu fliehen
Bei einem Raketenangriff in der syrischen Stadt Homs wurden sie und der französische Fotograf Remi Ochlik getötet. Dies war offenbar kein Versehen: Augenzeugen sahen, wie die beiden Journalisten aus einem Gebäude flohen, das gerade von Regierungstruppen beschossen wurde. Der französische Kulturminister Frédéric Mitterand sagte später vor den Medien: «Die beiden wurden gejagt, als sie versuchten, vor dem Bombardement zu fliehen.»
Journalisten, die zur Zeit noch im belagerten Homs sind, machen sich seit einigen Tagen immer mehr Sorgen um ihre Sicherheit. Sie befürchten, dass die Regierungstruppen ihre Handysignale überwachte und bewusst Gebäude bombardieren, in denen sich die Reporter aufhalten.
Im Januar starb bereits der französische TV-Journalist Gilles Jacquier bei einem Granatenangriff in Homs. Er war das erste europäische Opfer, das der Syrien-Konflikt forderte.
Auch ein bekannter Bürgerreporter getötet
Doch in Homs starben in den letzten Tagen nicht nur ausländische Journalisten. Gestern Morgen wurde der syrische Bürgerreporter Rami Al-Sayed getötet. Seit dem Beginn der Aufstände hatte der 26-jährige Vater einer kleinen Tochter die Gräueltaten des syrischen Regimes per Live-Stream dokumentiert.
Heute postete dann Al-Sayeds Bruder ein Video auf Youtube – es zeigt den leblosen Körper des Bürgerreporters auf einem Krankenhausbett. Ein Arzt sagt: «Rami wurde getötet, weil er in seinen Filmen zeigte, was wirklich in Homs geschieht.» (dra)
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