Louis L. (26) starb auf Bali: So trauern seine Freunde «Du hast das Leben so sehr geliebt»

Er lebte seinen Traum – und starb dabei. Der Romand Louis L. machte die Ausbildung zum Tauchlehrer auf Bali und liess bei einem Töffli-Unfall mit sein Leben.

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Louis L. wollte Tauchlehrer werden und machte seine Ausbildung auf Bali.  Facebook

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Korallen soweit das Auge reicht, Delfine, Haie und sogar Mantas schwimmen in den Gewässern vor Bali –  paradiesische Zustände für Taucher. So auch für Louis L. (26): Der junge Romand lebte seinen Traum als amtierender Tauchlehrer – und liess dabei sein Leben (BLICK berichtete). 

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Der gemietete Roller nach dem tödlichen Unfall. balidiscovery.com

Letzten Samstag verunglückte er auf der Insel Pulau Weh mit dem Töffli. Der Schweizer und seine Beifahrerin Emilie C. (23) starben an der Pererenan Beach an den schweren Verletzungen.

Indonesische Medien in der Kritik 

Laut «Jakarta Post» feierten die zwei mit weiteren Freunden an diesem Abend in einem Ferienhaus. Louis L. und seine Kollegin aus Frankreich entschieden sich gegen vier Uhr morgens weitere Getränke zu holen. Ohne Helm düsten sie dem Strand entlang und prallten gegen einen Steinhaufen. Die Beiden starben noch vor Ort. 

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Am Strand von Pererenan geschah das Unglück. Google Maps

Indonesische Medien schreiben, die Unfallopfer seien wild am Strand herumgerast und alkoholisiert gewesen. «Sie waren nicht betrunken und die Töff-Vermietung hat keine Helme rausgegeben. Die Strasse war nicht mal beleuchtet!», sagt eine Freundin der zwei, die den Abend mit ihnen verbrachte zu «Le Matin». «Die indonesischen Medien machen alles, um sich selbst zu schützen. Und am Tatort lachten sie und zückten ihre Kameras um Fotos zu schiessen – wie Wildtiere.» 

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Louis L. war in der Schweiz als Skilehrer tätig. Facebook

Er machte die Ausbildung zum Tauchlehrer

Der Waadtländer arbeitete vor seiner Zeit in Indonesien als Skilehrer in der Schweiz. Vor zwei Monaten machte Louis L. seinen Traum wahr: Er reiste nach Pulau Weh, einer Insel vor Sumatra, um bei einem Freund in der dortigen Tauchschule eine Ausbildung zum Tauchlehrer zu machen. «Deine Lebensfreude, deine Güte und dein grosses Herz hat uns begeistert. Du hast jeden Moment genossen und das Leben so sehr geliebt», schreibt sein Tauch-Buddy auf Facebook. «Dein erster und letzter Tauchgang hast du mit mir gemacht. Dich auf diesem Weg begleiten zu dürfen und dein Mentor zu sein, war mir eine Ehre. Ruhe in Frieden mein Freund»

Das letzte Foto

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Das letzte Foto von Louis L. und Emilie C. kurz vor ihrem Tod. Facebook

«Die Besten gehen zuerst, sagt man. Dieser Satz ist einfach zu real», steht unter dem letzten Gruppen-Selfie auf Facebook. Es zeigt die zwei kurz vor dem Unfall, strahlend, vereint mit ihren Freunden. «Ich habe nicht die Worte oder Kraft auszudrücken, was ich fühle. Alles was ich weiss, ist, dass ich euch von ganzem Herzen liebe», schreibt eine Freundin.

«Immer hattest du ein riesiges Lachen auf den Lippen und warst gut drauf!! Ein Mensch mit einem goldenen Herzen», schreibt eine andere Kollegin online. Jeder habe den jungen Mann gemocht. 

«Ich bete für eure zwei Freunde, die gestorben sind, im Versuch zu Leben», schreibt ein anderer User. Emilie C. und Louis L. hatten in ihrem jungen Leben noch viele Träume – in einem dieser Träume, kamen sie um. Wie in einer Prophezeiung schrieb Emilie C. wenige Tage vor ihrem Tod auf Facebook: «Mach es jetzt. Manchmal wird aus später ein nie.» (kra)

Publiziert am 25.10.2016 | Aktualisiert am 01.11.2016
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7 Kommentare
  • Michel  Wehner aus Bohol
    26.10.2016
    Betrunken oder nicht, das ist nun obsolet. Aber die Schuld liegt ganz alleine bei den verunglückten! Alkohol und andere Drogen, in rauhen Mengen konsumiert und dazu sich verhalten als das es kein Morgen gibt, ist gang und gäbe im Ausland. Man will ja Spass haben. Man muss halt einfach bereit sein den Preis zu bezahlen! Die Schuld anderen zuzuschieben ist billig und heuchlerisch.
  • Urs  Hagen 26.10.2016
    Auch in den Ferien ist Roller oder Motorradfahren mit Risiken verbunden. Er geht ja auch nicht mit mangelhafter Ausrüstung tauchen nur weil er in den Ferien ist. Traurig aber schon vor 25 Jahren in Asien auf den Ferieninseln an der Tagesordnung.
  • Peter  Habermacher 26.10.2016
    sehr traurig was da passiert ist, aber auch extrem verantwortungslos gegenüber sich und den anderen Leuten ... zum Glück war um diese Uhrzeit eher wenig los auf den Strassen. Ich hoffe er war als Tauchlehrer etwas besonnener und verantwortungsbewusster als mit sich selber.
  • Michael  Rudolf 26.10.2016
    Ich frage mich immer wieder wie diese Geschichten den Weg in den Blick finden. Dazu sind sie noch voller Fehler: starb auf Bali und im nächsten Satz starb auf Pulau Weh. Dass es keine Strassenbeleuchtung in einigen Ländern gibt ist wohl nur verständlich und dass gefeiert wurde, was heisst denn das?
    Da entscheiden sich Wester in einem Entwicklungsland sich zu amüsieren und ein Unfall geschieht ... und alle sind schuld nur nicht die Unfallverursacher.
  • Marc  Haller aus Bern
    25.10.2016
    Immer sollen die anderen schuld sein. Wenn man keinen Helm hat und die Beleuchtung schlecht ist, so ist es angebracht entsprechend vorsichtig zu fahren.
    • Susanne  Reich 26.10.2016
      Ich finde es traurig, wenn zwei junge Menschen so vermeidbar ihr Leben lassen mussten. Zudem scheint dieser junge Mann etwas ganz Besonderes gewesen zu sein. Was ich jedoch nicht verstehen kann, wie andere Kommentarschreiber: Weshalb sollen alle schuld sein, nur nicht die wirklich Verantwortlichen? Ich vermute doch sehr, dass dieses Pärchen bereits etwas intus hatte, als es Nachschub holen ging. RIP