Literatur-Ehrung lässt den Sänger kalt Nobelpreis-Komitee gibt Suche nach Bob Dylan auf

Bob Dylan ist der diesjährige Träger des Literaturnobelpreises. Er selbst scheint sich jedoch nicht dafür zu interessieren. Jetzt haben die Verantwortlichen die Bemühungen aufgegeben, ihn zu kontaktieren.

Bob Dylan: Nobelpreis-Komitee gibt Kontaktversuche vorerst auf play
Freut Bob Dylan die Ernennung zum Literaturnobelpreisträger? Oder lässt sie ihn kalt? Man weiss es (bisher) nicht. Keystone

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Die Schwedische Akademie hatte Bob Dylan (75) am Donnerstag mit dem wichtigsten Literaturpreis der Welt ausgezeichnet. Er ist der erste Musiker, dem diese Ehre zuteil wird. Doch bislang hat sich der Sänger unbeeindruckt gezeigt.

Bei einem Konzert in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada ging der Musiker am Abend nach Bekanntwerden der Wahl mit keinem Wort auf die hohe Auszeichnung ein. Wie das schwedische Staatsradio heute berichtet, haben die Verantwortlichen die Suche nach dem Protestsänger inzwischen aufgegeben.

Preisgeld beträgt knapp 900'000 Franken

«Wir machen im Moment nichts. Ich habe seinen engsten Mitarbeiter angerufen und ihm E-Mails geschickt und sehr freundliche Antworten erhalten», sagt Sara Danius, die Sekretärin der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis jährlich vergibt. «Das ist erstmal sicher ausreichend.» Sie sei nicht besorgt, sagt Danius. Sie glaube, Dylan werde zur Verleihung am 10. Dezember auftauchen. Immerhin ist der Preis mit knapp 900'000 Franken dotiert.

Dass der Sänger am Konzert in Las Vegas auch auf Schreie aus dem Publikum, das ihn mit Ovationen und «Nobelpreisträger«-Rufen feierte, nicht reagierte, stimmt in diesem Zusammenhang jedoch nicht unbedingt zuversichtlich.

Bei den Zugaben wich Dylan zudem vom Programm eines vorherigen Konzerts ab und spielte seine Protest-Hymne «Blowin' In The Wind» – zur Freude der rund 2000 mitsingenden Konzertbesucher. Seinen Auftritt beendete er mit einem Song, den Frank Sinatra einst sang: «Why Try To Change Me Now» (etwa: «Warum versuchen, mich jetzt zu ändern»).

Sechsmal verweigerten Preisträger bisher die Annahme der Auszeichnung. So lehnte der Franzose Jean-Paul Sartre 1964 den Literaturnobelpreis ab, und der vietnamesische Ministerpräsident Le Duc Tho wies 1973 den Friedensnobelpreis zurück, weil er ihn nicht mit US-Aussenminister Henry Kissinger teilen wollte. In restlichen Fällen war die Verweigerung nicht freiwillig, sondern wurden von Regierungen oder Behörden erzwungen. (noo/gru/sda)

Publiziert am 18.10.2016 | Aktualisiert am 19.10.2016
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8 Kommentare
  • heinz  burkhard 18.10.2016
    Sehr geehrter Herr Zimmermann u.s.w. wie ging doch nochmals Ihre Betreff Waffen Lieferungen, u.s.w. vor den Amis Gerichten von statten ? Sie hatten ja eine ( vielleicht immer noch ) ein super Arsenal mit speziellen je nach Kunden Rabatte Waffen. Ach ja Sorry Ihre Lieder brauchte es ja wie Lennon & Co.
  • Gabor  Posch 18.10.2016
    Sein Verhalten gefällt mir persönlich um einiges besser als seine Musik. Und dass die Obersozis 900 000 Franken für einen Schmarrnpreis, den niemanden interessiert, einfach so verlochet, find ich äusserst fragwürdig.
  • H.   Heller aus Zürich
    18.10.2016
    Ob sich Bob wegen dem Geld vereinnahmen lässt? Ich habe da meine Zweifel. Und seine Lieder verkaufen sich mit und ohne Nobelpreis.
  • Annemarie   Setz 18.10.2016
    Wie sich Bob Dylan an und nach der Preisverleihung verhält ist höchst unanständig. Ich denke er soll das viele Geld zurückgeben für einen guten Zweck, die Ehrung kann er meinetwegen behalten. Schafft er das nicht, dann ist er für die kulturelle Welt eine Null geworden.
    • Stephan  Reimann 18.10.2016
      Die Verleihung hat noch nicht einmal stattgefunden und Sie wissen schon, dass er sich unanständig verhält? Sind Sie Zeitreisende?
      Und das Geld hat er noch nicht erhalten. Wie kann er es dann zurückgeben? Und was haben die Nobelpreise mit der kulturellen Welt zu tun? Zum Glück gibt es noch andere als Kultur-Snobs.
  • Roger  Berger 18.10.2016
    Und somit ist nun auch klar, dass er diesen Preis nicht verdient hat. Ihm fehlt ganz einfach die Klasse.
    • Urs  Lifart aus Volja Zaderevatska
      18.10.2016
      Jean-Paul Sartre hätte ihn dann auch nicht verdient ? Sind ihrer Meinung nach die EU, Obama, Al Gore, Jimmy Carter, etc. denn des Friedensnobelpreises würdig ? Ich glaube genau solche Nominierungen verleihen diesem Preis einen Hauch von NICHTS - leider.