TRIPOLIS - Nach Ablauf ihres Ultimatums haben die libyschen Rebellen am Samstag letzte Hochburgen der Gaddafi-Getreuen angegriffen.
11.39 Uhr: Stosstrupps der Aufständischen, die in die Wüstenstadt Bani Walid einzudringen versuchten, zogen sich nach Verlusten aber wieder zurück. Das berichtete ein BBC-Korrespondent aus dem Frontgebiet. Kurz zuvor hatte sich ein Rebellensprecher noch zuversichtlich gezeigt, dass die Stadt in Kürze eingenommen werde.
Die Nato hatte gestern ihre Angriffe auf Positionen der Gaddafi-Loyalisten in Bani Walid und anderen Orten fortgesetzt. Es seien 40 Kampfeinsätze geflogen worden, teilte die Nato heute in Brüssel mit. Bei Sirte seien eine Raketenrampe, ein Raketenwerfer und ein Militärfahrzeug zerstört worden, andernorts Raketenwerfer, Militärfahrzeuge und ein Kommandozentrum.
Der libysche Übergangsrat hatte den letzten Kämpfern von Ex- Diktator Muammar al-Gaddafi bis Mitternacht zum Samstag Zeit gegeben, die Waffen niederzulegen. Schon in der Nacht zuvor hatten sich die Aufständischen heftige Gefechte mit den Gaddafi-Getreuen in Bani Walid geliefert. Dabei waren sie bis auf zwei Kilometer an das Stadtzentrum vorgerückt. Es seien ausserdem mehr Gaddafi-Kräfte in der Stadt als ursprünglich erwartet, sagte der BBC-Reporter.
08.36 Uhr: Angesichts des Vormarschs der Kämpfer der neuen libyschen Führung auf die letzten Bastionen des einstigen Machthabers Muammar al-Gaddafi setzen sich immer mehr führende Offiziere des alten Regimes ins Nachbarland Niger ab. In der Nacht auf Freitag hätten der Stabschef der libyschen Luftwaffe und sein Pilot Niger erreicht, sagte der nigrische Justizminister Amadou Morou. Ausserdem seien die Kommandanten zweier libyscher Militärbezirke sowie sechs Zivilpersonen in dem Land eingetroffen.
06.30 Uhr: Die neue libysche Führung hat nun offiziell einen Botschafter in den USA. US-Präsident Barack Obama nahm am Freitag das Beglaubigungsschreiben von Ali Suleiman Aujali entgegen und machte ihn damit zum «ersten Vertreter des neuen Libyens in den Vereinigten Staaten».
Freitag, 9. September
23.29 Uhr: In Libyen hat sich unmittelbar vor Ablauf eines Ultimatums keine friedliche Übergabe der letzten Hochburgen des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi abgezeichnet.
Der Übergangsrat hatte den letzten Gaddafi-Getreuen in vier Städten eine Frist bis Freitag um Mitternacht gesetzt, die Waffen niederzulegen. Während die Aufständischen in Libyen das Gaddafi- Regime endgültig stürzen wollen, zeichnet sich im UNO-Sicherheitsrat eine rasche Lösung für eine UNO-Mission ab. Schon in der nächsten Woche solle ein Resolutionsentwurf vorgelegt werden, hiess es aus UNO-Kreisen.
«Im Rat zeichnet sich eine grosse Einigkeit zur zentralen Rolle der UNO für die Zukunft Libyens ab», bestätigte der Sonderberater des UNO-Generalsekretärs, Ian Martin, am Freitag vor Journalisten.
Die «United Nations Support Mission in Libya (UNSMIL)» soll zunächst für drei Monate ein Mandat erhalten. Während dieser Zeit soll der Bedarf an Unterstützung der Vereinten Nationen in Absprache mit dem Übergangsrat bestimmt werden.
Danach wird der Sicherheitsrat eine umfassendere Mission beschliessen. Laut Martin könnte die UNO-Mission in den ersten Monaten eine Stärke von etwa 200 zivilen Mitarbeitern haben.
12.50 Uhr: Die neuen militärischen Machthaber in Libyen sind sicher, Ex-Diktator Gaddafi aufgespürt zu haben. Eine 200 Mann starke Sondereinheit soll Gaddafi finden, berichtet der Nachrichtensender al Arabjia. Ein Sprecher des Militärrates in Tripolis sagte, die Ergreifung von Gaddafi «sei nur noch eine Frage der Zeit.» Gaddafi soll noch in Libyen sein.
Auch Interpol sucht jetzt Gaddafi. Auf Bitten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag hat Interpol den Ex-Diktator zur Fahndung ausgeschrieben. Auch nach Gaddafis Sohn Saif al Islam und Geheimdienstchef Abdullah al Senussi wird nun international gefahndet.
Eine weitere Gruppe von Gefolgsleuten Gaddafis hat sich nach Informationen von Sicherheitsvertretern in den Niger abgesetzt. Unter den 14 Geflüchteten sei auch General Ali Kana, der die südlichen Truppen Gaddafis befehligt habe, hiess es aus den Kreisen im Niger.
Die niederländische Regierung hat 1,4 Milliarden Dollar eingefrorene Gelder des Gaddafi-Regimes freigegeben. Das Geld wird an den nationalen Übergangsrat weitergeleitet.
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