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Spritztour durch das schon eroberte Tripolis: Saif al-Islam bei seinem letzten Auftritt in der Öffentlichkeit. (sda)
Saif al-Islam fordert ein Flugzeug, um sich dem Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen in Den Haag zu stellen. Wie ein Armeesprecher des Übergangsrates (NTC) gestern sagte, hat der Sohn des toten libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi seine Kapitulation angeboten.
«Saif ist um seine Sicherheit besorgt», sagt der Regierungsvertreter. Er glaube, dass es für ihn am besten sei, wenn er sich stelle. Das Flugzeug verlangt er von einem dritten Land – möglicherweise Algerien oder Tunesien. «Saif will, dass ihm ein Flugzeug geschickt wird. Er will Sicherheiten», so der Regierungsvertreter.
Die Übergangsregierung behauptet zu wissen, wo sich der letzte gesuchte Gaddafi-Sohn aufhält. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, heisse es aus Regierungskreisen, dass sich Saif bei einem einflussreichen Tuareg versteckt habe. Er hatte das in der Wüste lebende Nomadenvolk unterstützt.
Wie gestern bekannt wurde, wolle sich auch der frühere Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi ergeben. Gegen besteht ebenfalls ein Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen.
Saif sei offenbar zum Schluss gekommen, dass er weder in Libyen noch in den Nachbarländern Niger oder Algerien sicher sei, wohin andere Familienmitglieder geflüchtet waren. Niger verlange von den Gaddafis ausserdem zu viel Geld für einen Verbleib im Exil, sagt Mlegta.
Saif al-Islam, der designierte Nachfolger von Muammar al-Gaddafi, soll sich noch immer in Libyen aufhalten. Laut dem Nationalen Übergangsrat sei er im Ghat-Gebiet, einer Grenzregion zwischen Libyen, Niger und Algerien. (bih)