Absturz über Libyen Abgeschossener Kampfjet gehörte Aufständischen

  • Publiziert: 19.03.2011, Aktualisiert: 20.01.2012

BENGASI - Ein bei der libyschen Stadt Bengasi abgeschossenes Flugzeug hat offenbar nicht wie angenommen zum Arsenal von Machthaber Muammar al-Gaddafi gehört. Es habe sich um eine Maschine der Aufständischen gehandelt, sagte ein Rebellenvertreter.

«Wir haben wenige Flugzeuge und sie sind alt», sagte der Rebellenvertreter. Es habe sich um einen Mirage-Jet aus französischer Produktion gehandelt. Der Pilot sei getötet worden.

Das Flugzeug war am Morgen über Benghasi aufgetaucht und fing dann plötzlich hinten rechts Feuer, wie AFP-Reporter berichteten. Es stürzte darauf in bewohntem Gebiet im Süden von Benghasi ab. Beim Aufschlag gab es eine Explosion, worauf schwarzer Rauch in den Himmel stieg.

Weil die Aufständischen am Boden zunächst geglaubt hatten, es habe sich um eine Maschine der Gaddafi-Truppen gehandelt, waren in der Stadt Freudenschüsse abgegeben worden. Im Laufe des Libyenkonflikts waren Teile der Armee zu den Aufständischen übergelaufen, womit diese auch einige wenige Flugzeuge in die Hand bekamen.

Heikle Lage in der Stadt

In der Stadt selbst ziehen Gaddafis-Truppen ihre Offensive voll durch. Einheiten der Regimetruppen drangen laut Al-Dschasira in die Stadt ein. Die Regimetruppen setzten demnach auch schweres Artilleriefeuer und Raketen gegen Wohngebiete ein. In der Stadt seien Explosionen zu hören gewesen.

Das Regime in Tripolis stritt indes ab, die Stadt angegriffen zu haben. Die Truppen am Rand von Benghasi hätten nach Attacken der Rebellen «in Selbstverteidigung» gehandelt, heisst es in einer Erklärung der staatlichen Nachrichtenagentur Jana. (SDA/as/mik)

Gaddafis Streitkräfte waren am Freitagabend, wenige Stunden nach der Waffenstillstandserklärung des Regimes, aus mehr als 100 Kilometer Entfernung kommend auf Bengasi vorgerückt.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte in der Nacht zum Freitag ein Flugverbot über Libyen beschlossen und militärische Massnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung erlaubt, die keine Bodentruppen vorsehen. Die internationale Gemeinschaft ist damit ermächtigt, gegen die Gaddafi-Truppen militärisch vorzugehen.

In Paris wollten sich am Samstag Spitzenpolitiker aus aller Welt treffen, um die weitere Vorgangsweise abzustimmen. Militäraktionen unter Beteiligung Frankreichs, Grossbritanniens, der USA und anderer Staaten könnten wenige Stunden darauf beginnen.

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