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Die ganze Welt ist geschockt wegen einer der aller Zeiten. Und was tut Muammar Gadaffi? Der libysche Staatschef vergibt eine Bewilligung für neue Bohrungen. Und zwar ausgerechnet an BP!
Bereits im Juli soll es losgehen. Der britische Ölkonzern wird so genannte Tiefseebohrungen vornehmen – also anwenden, das im Golf von Mexiko zur Katastrophe führte.
Nimmt Libyen denn gar keine Rücksicht? Die Ölpest sei zwar «tragisch», sagte Schokri Ghanem, der Chef des staatlichen libyschen Erdölkonzerns. Man werde die Lektionen lernen, aber: «Ein Unfall wird uns nicht davon abhalten, weiterzugraben. Wenn ein Flugzeug abstürzt, fliegen wir auch weiter. Das Leben muss weitergehen.»
Die libyschen Ölvorräte sind die neuntgrössten der Welt. Die Vorkommen, die jetzt ausgebeutet werden sollen, liegen im Golf von Sidra vor der libyschen Nordküste. Die Badestrände von Tunesien und Ägypten liegen im Westen und Osten. Auch Malta und Sizilien sind nur wenige hundert Kilometer entfernt. Trotzdem werden an der nordafrikanischen Küste immer mehr Tiefseebohrungen durchgeführt.
Der Vertrag mit BP über die Bohrrechte in dieser Region wurde bereits 2007 unterschrieben. Das Unglück in den USA scheint das Vertrauen nicht zu beeinträchtigen.
Kürzlich hat sich Ghanem mit getroffen. Der BP-Chef hat ihm versichert, dass der Konzern sein Bestes geben werde. Und der Libyer liess sich überzeugen. Ghanem schwärmt: «Ich glaube, BP ist ein grossartiges Unternehmen mit viel Erfahrung.» Deshalb habe er Hayward gesagt, dass Libyen die Leistungen anerkenne und BP ab Juli bohren dürfe.
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Der Öl-Schock im Golf von Mexiko scheint Libyen nicht zu interessieren: Gaddafi gibt BP grünes Licht für Tiefseebohrungen im Mittelmeer. (Keystone)