Harte Worte Leuenberger enttäuscht von Obama

  • Publiziert: 22.09.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

NEW YORK – Der Uno-Klimagipfel in New York hat kaum Fortschritte im Kampf gegen die Erderwärmung gebracht. Bundesrat Moritz Leuenberger kritisierte an Barack Obama, er habe keine klaren Ziele gesetzt.

US-Präsident Obama richtete einen dramatischen Appell an die Weltgemeinschaft zum gemeinsamen Kampf gegen die Erderwärmung. Ansonsten drohe eine «unumkehrbare Katastrophe», warnte Obama heute auf dem eintägigen UNO-Klimagipfel in New York.

Er forderte bei seinem ersten UNO-Auftritt einschneidende Massnahmen, um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Er gab auch Versäumnisse der USA zu, legte sich aber nicht auf konkrete Ziele fest.

«Die Antwort unserer Generation auf diese Herausforderung wird von der Geschichte bewertet werden», mahnte Obama. «Wenn wir sie nicht erbringen, riskieren wir für die künftigen Generationen eine unumkehrbare Katastrophe.» Kein Land könne den Auswirkungen des Klimawandels entkommen. Alles Staaten müssten an einem Strang ziehen.

Leuenberger: Schöne Worte

Bundesrat Leuenberger zeigte sich in New York enttäuscht von Obamas Rede. Im Vergleich zur Haltung der Regierung Bush sei zwar eine Verbesserung festzustellen. Sie sei aber noch nicht gross genug. Zwar habe Obama schöne Worte gefunden. Klare Ziele und Zahlen habe er aber nicht gesetzt, sagte Leuenberger vor den Medien.

«Die beiden grössten Umweltverschmutzer China und die USA kommen mir vor wie zwei Katzen, die um den heissen Brei herumschleichen und sich misstrauisch beäugen», sagte der Bundesrat.

Die Schweiz als kleines Land könne im Verbund mit anderen Staaten so Mexiko, Norwegen und Südkorea Vorschläge einbringen, die von den grösseren Nationen aufgenommen würden. So habe der französische Präsident Nicholas Sarkozy einen Vorstoss, der auf Schweizer Ideen beruhe, gutgeheissen. Danach soll der CO2-Ausstoss nach dem Verursacherprinzip besteuert werden.

In Kopenhagen werde im Dezember wohl eine Verlängerung des 2012 ablaufenden Kyoto-Protokolls erreicht, sagte Leuenberger. Offen bleibe aber, ob sich die Staaten auf stärkere Massnahmen als auf die 1997 beschlossenen Ziele einigen könnten.

Chinas Ziele

Chinas Staatspräsident Hu Jintao kündigte in seiner Rede verstärkte Anstrengungen an. Sein Land wolle den C02-Ausstoss bis zum Jahr 2020 «spürbar» unter die Werte des Jahres 2005 drücken.

Bisher war dieses Ziel erst für das Jahr 2050 angepeilt. Ebenfalls für 2020 soll der Anteil umweltfreundlicherer Brennstoffe am Verbrauch auf rund 15 Prozent erhöht werden.

Hu mahnte die Unterstützung der Industriestaaten für Entwicklungsländer und schnell wachsende Volkswirtschaften wie eben China, Indien und Brasilien an. China ist das Land mit dem grössten Ausstoss an Treibhausgasen, gefolgt von den USA.

Bald zu spät

Japans Regierungschef Yukio Hatoyama versicherte, seine Regierung sei bereit, die finanzielle und technische Hilfe für den Klimaschutz in armen Länder deutlich auszubauen. Japan werde beim Klimaschutz die von ihm erwartete Führungsrolle übernehmen.

Als Vertreter der kleineren Staaten warf der maledivische Präsident Mohamed Nasheed den reichen Ländern vor, ihre bisherigen Zusagen immer wieder gebrochen zu haben.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ermahnte die Gipfelteilnehmer, Führende Experten hätten errechnet, dass es ohne energische Massnahmen in weniger als zehn Jahren kein Zurück mehr gebe. (SDA)

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