Judenmord Lebenslang für Boss der «Barbarenbande»

  • Publiziert: 11.07.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

PARIS – Er hatte sein Opfer tagelang gefoltert, bis es starb. Für den Mord am Juden Ilan Halimi muss Yussuf Fofana für immer hinter Gitter. Das Scheusal zeigte keinerlei Reue.

Der Anführer der sogenannten «Bande der Barbaren», Youssouf Fofana, ist am Freitag in Paris wegen eines brutalen Mordes an einem 23-jährigen Juden im Januar 2006 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Von den 26 übrigen Angeklagten wurden zwei freigesprochen, die übrigen erhielten Haftstrafen zwischen sechs Monaten und 18 Jahren. Ein Pariser Gericht verfügte am Freitag zudem, dass der 28-jährige Fofana 22 Jahre lang in Sicherheitsverwahrung bleiben müsse.

Der aus der Elfenbeinküste stammende Fofana hatte während des Prozesses zugegeben, den von seiner Bande entführten Ilan Halimi tödliche Schläge beigebracht zu haben. Fofanas Bande hatte den jungen Telefonverkäufer im Januar 2006 entführt, um von dessen Familie Lösegeld zu erpressen. Er wurde wochenlang gefoltert und erlag schliesslich seinen Verletzungen.

Anwalt kritisiert milde Strafen

Der Anwalt der Familie Halimi forderte die Staatsanwaltschaft auf, gegen die Urteile für einige Bandenmitglieder Berufung einzulegen. «Ich bedaure es, dass das Gericht ein besonderes Entgegenkommen gegenüber denen gezeigt hat, die Youssouf Fofana geholfen oder ihm zugesehen haben», erklärte Francis Spizner.

Halimis Familie falle es schwer, die Urteile zu akzeptieren. Spizner nannte konkret die Haftstrafen zwischen zehn und 15 Jahren für sechs Bewacher Halimis sowie die neunjährige Haftstrafe für eine zur Tatzeit 17-Jährige, die Halimi in die Falle der Entführer gelockt hatte.

Schläge, Zigaretten, Messer

Mitangeklagte hatten ausgesagt, Fofana habe gezielt einen Juden entführen wollen, weil diese für gewöhnlich «massenweise Kohle» hätten. Der Bandenchef forderte von Halimis Eltern 450000 Euro Lösegeld, die Polizei riet aber von einer Zahlung ab.

Um den Druck zu erhöhen, misshandelten die Entführer ihr Opfer während dessen dreiwöchiger Gefangenschaft und schickten Audio- und Videoaufnahmen an die Familie. Halimi wurde mit Schlägen, brennenden Zigaretten und Messern gequält.

Selbst einige Bewacher konnten die Misshandlungen schliesslich nicht mehr mitansehen und wurden durch andere Bandenmitglieder ersetzt. Mit dem Tode ringend wurde das Entführungsopfer schliesslich nackt und geknebelt an einer Bahnstrecke in Essonne im Grossraum Paris gefunden. Auf dem Weg ins Spital erlag Halimi seinen Verletzungen.

Keinerlei Reue

Fofana zeigte keinerlei Reue. Zu Prozessbeginn vor zweieinhalb Monaten betrat er lächelnd den Gerichtssaal und rief mit gen Himmel gereckter Faust «Allah wird siegen».

Bei der Überprüfung der Personendaten nannte er als Namen «afrikanischer Barbar» und als Geburtsdatum den 13. Februar 2006, den Tag, an dem Halimi leblos gefunden wurde. Nach der Urteilsverkündung klatschte Fofana. (SDA/bih)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet
3 Er wollte kein Hörgerät tragen Marvel kreiert Superhelden für...bullet

Ausland