Jugendamt fordert Laura soll ihrem Vater weggenommen werden

  • Publiziert: 22.12.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

AMSTERDAM – Nach ihrem Ausreiss-Versuch ist die 14-jährige Laura Dekker wieder heil in den Niederlanden angekommen. Doch jetzt geht der Ärger erst richtig los.

Laura ist ein Mädchen mit einem ganz grossen Traum. Sie will die Welt umsegeln – und zwar mit ihrem Schiff «Guppy», als jüngster Mensch der Welt. Doch ihr läuft die Zeit davon: Gerade ist die 16-jährige Australierin Jessica Watson mit ihrer «Pink Lady» auf der gefährlichen Reise. Und die ebenfalls 16-Jährige Amerikanerin Abby Sunderland steht bereits in den Startlöchern. Die Rekorde purzeln.

Vor allem das Jugendamt machte Laura einen Strich durch die Rechnung. Im Oktober diesen Jahres entschied ein Gericht, dass die Entwicklung ihrer Persönlichkeit noch nicht ausreichend abgeschlossen sei. Die gefährliche Reise sei nicht sorgfältig genug geplant.

«Satt ständig bevormundet zu werden»

Das wollte sich Laura anscheinend nicht gefallen lassen. Sie floh auf die niederländischen Antillen (Blick.ch berichtete). Um von dort in See zu stechen? Man weiss es nicht. Das Mädchen, dass gestern wieder in ihrer Heimat landete, wird zurzeit befragt. Ihr Schiff «Guppy» lag allerdings die ganze Zeit, fest vertaut, im heimatlichen Hafen.

Doch vor ihrer heimlichen Abreise hinterliess sie ihrem Vater einen Brief, in dem sie schrieb: Sie habe es satt, dass sie Erwachsene an ihrer geplanten Weltumseglung hindern wollten, satt, ständig bevormundet und vertröstet zu werden.

Die Eltern von Laura sind geschieden. Der Vater ist passionierter Segler. Die Mutter ist eine Deutsche und neu verheiratet. Laura lebte bis jetzt bei ihrem Vater. Doch jetzt fordert die Mutter und das Jugendamt: Laura soll nicht mehr bei ihrem Vater, Riek Dekker, leben dürfen.

Er steht unter Verdacht seiner Tochter zur Flucht verholfen zu haben. Die 14-Jährige muss einen «Fluchthelfer» gehabt haben. Wie hätte sie sonst ganz alleine die weite Reise auf die niederländischen Antillen geschafft, schreibt die Tageszeitung «De Volkskrant».

Wird sie ihrem Vater weggenommen?

Die Konsequenzen, die ihre Flucht jetzt hat, werden Laura nicht gefallen: In einer Dringlichkeitssitzung des Amts für Kinderschutz soll entschieden werden, wo Laura von nun an leben soll. In einem Kinderheim, einem Krisenzentrum für Schwererziehbare oder bei ihrer Mutter und ihrem neuen Lebenspartner.

Damit scheinen die ehrgeizigen Pläne des jungen Mädchens vorerst auf Eis gelegt zu sein. (s5j)

play Laura in ihrem Element. Bald geht das Abenteuer los. (AP)

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