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Der erste Freispruch ist geschafft: Der Schweizer Rachid Hamdani ist vom Vorwurf des illegalen Aufenthalts in Libyen freigesprochen worden. Das Urteil sei «sehr positiv, aber mit grosser Vorsicht zu geniessen», sagt Libyen-Kenner Jean Ziegler bei Radio DRS. Denn die Justiz richte sich nach der Herrscherfamilie Gaddafi.
So interpretiert auch Nahost-Experte Ulrich Gysling den Freispruch: «Beim Gaddafi-Clan hat jemand grünes Licht für den Freispruch gegeben», sagt er gegenüber «20minuten.ch».
Gysling bleibt aber pessimistisch: Die Schweiz habe im arabischen Raum nicht viele Freunde. Er vermutet bei Hamdanis Freispruch einen Zusammenhang mit dessen tunesischen Wurzeln. Dem widerspricht Amnesty-International-Sprecher Daniel Graf: Bisher sei Hamdani nicht bevorzugt behandelt worden.
Graf und der Genfer Libyen-Kenner Hamid Abidi vom Islam-Zentrum glauben trotzdem, dass der Freispruch der Anfang vom Ende der leidvollen Libyen-Affäre sein könnte.
Wichtig sei aber, dass sich die Schweiz an die libyschen Regeln halte damit Tripolis sich den Schein eines Rechtsstaates geben kann. Nur so könnte sich die diplomatische Krise langsam beruhigen.
Gut möglich, dass sich der Gaddafi-Clan mit Freisprüchen für die beiden Schweizer aus der Affäre ziehen will. Denn hinter Muammar Gaddafi sitzt sein Sohn Saif al-Islam an der Macht. Er gilt als gemässigt und prowestlich – und er möchte Libyen wieder international ins Geschäft bringen. Unter anderem als permanentes Mitglied im Uno-Menschenrechtsrat. (zum)