1. Geisel-Bild aus Libyen Lächeln sie sich Mut an?

  • Aktualisiert am 03.01.2012

TRIPOLIS – Die Solidarität für die Schweizer Geiseln ist gross. Jetzt danken Rachid Hamdani und Max Göldi dafür. Mit Foto.

Sie sitzen seit Juli 2008 in Libyen fest: Rachid Hamdani (69) und Max Göldi (54). Und sollen jetzt erst noch 16 Monate in den Knast und eine Busse von je 1600 Franken zahlen. Wogegen die beiden Rekurs einlegten. Am 15. Dezember stehen sie vor dem libyschen Gericht.Nicht nur, dass sich die Uno einschaltete und Libyen aufforderte: «Lasst die Schweizer gehen!». Am 4. Dezember startete auch Amnesty International (AI) eine Aktion. Über die Seite www.kerzennachlibyen.ch können die Leute ihre Solidarität mit den Geiseln bekunden, für sie eine virtuelle Kerze anzünden.10000 Kerzen, 25000 Postkarten, 4500 BotschaftenDie Anteilnahme ist gross. Fast 10000 virtuelle Kerzen brennen bereits. Minütlich kämen neue dazu, teilt die Schweizer Sektion von Amnesty International mit. Zudem sind über 25000 Postkarten unterwegs nach Libyen. Und über Twitter wurden mehr als 4500 persönliche Grussbotschaften an die Geiseln verschickt.Nun bedankten sich Rachid Hamdani und Max Göldi. Mit dem ersten Bild aus Tripolis. Ein Foto, das die beiden lächelnd zeigt.Ein Lächeln, das auf den ersten Blick erstaunt. Denn nach belastender Geiselhaft sieht das nicht aus. «Ich denke nicht, dass die beiden sich leidend zeigen wollten», erklärt Amnesty-Sprecher Daniel Graf. «Vielmehr wollten sie so wohl die Möglichkeit nutzen, ihren Mut und ihre Kraft zu zeigen.»Dankeschön für SolidaritätIhre Situation sei schwierig, die psychische Belastung gross. Gefoltert würden sie nicht, aber die Last auf ihren Schultern sei gross. «Sie wollen die Hoffnung nicht aufgeben», meint Graf. Das Bild sei ein Dankeschön für die Solidarität der Schweizer. «Ein klares Zeichen, wie wichtig eben diese Solidarität ist.» Die Anteilnahme der Schweizer habe die zwei sehr berührt.Und wer hat die beiden Geiseln in der Botschaft fotografiert? «Das wissen wir auch nicht», erklärt Daniel Graf. «Wohl irgendwer auf der Botschaft.» Das Bild sei Amnesty International auf normalem Wege gemailt worden. «Die Geiseln haben ja Zugang zu Computern. Und nehmen auch rege wahr, was getwittert wird», so Graf. (spj)

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