Kurz vor Syrien Putins Flotte geht der Most aus

MADRID/MOSKAU - Mit letzter Kraft schleppt sich Russlands einziger Flugzeugträger ins Mittelmeer. Möglich, dass der marode Kahn sein Ziel vor Syrien gar nicht erreicht.

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Die «Admiral Kusnezow» wird zum Gespött der Westens. Der einzige Flugzeugträger der Russen gilt als das marodeste Kriegsschiff der Welt. Das noch aus Sowjet-Zeiten stammende 306 Meter lange Schiff (Stapellauf 1985) wird durch Dampfturbinen angetrieben und ist daher wegen der immensen Rauchfahne meistens schon von weitem sichtbar.

Technische Probleme sind Alltag, Wasserverschmutzungen durch auslaufendes Öl ebenso. Das Schiff muss ständig von einem Schlepper begleitet werden, der als Pannenhilfe und Abschleppdienst einspringen kann.

Unterwegs nach Syrien

Seit elf Tagen ist eine von der «Admiral Kusnezow» angeführte Flotte von acht Schiffen unterwegs. Die Nato geht davon aus, dass der russische Verband die Bombardierung der syrischen Stadt Aleppo unterstützen soll.

Nach der Durchquerung des Ärmelkanals haben die Schiffe nun die Strasse von Gibraltar erreicht. Hier droht Putins Kriegsflotte Ungemach. Die Russen hätten eigentlich in Spanien ihre Schiffe zwischen dem 28. Oktober und dem 2. November auftanken wollen.

«Admiral Kusnezow»: Putins Flugzeugträger vor Syrien kein Benzin mehr play
Von weither erkennbar: Die «Admiral Kusnezow» mit ihrer Rauchsäule. KEY

Sowohl Nato als auch mehrere EU-Staaten zeigten sich entsetzt und bezeichneten den geplanten Tankstopp als «skandalös»: Die Nato will verhindern, dass Russland die Flotte zur Unterstützung der Bombardierung von Aleppo einsetzen kann.

Spanien ist in der Zwickmühle. Denn die Exklave Ceuta in Afrika würde am Besuch der Flotte gut verdienen: Der Besuch russischer Schiffe bringt rund 300’000 Euro ein. Darin enthalten sind Treibstoff, Anlegegebühren und die Ausgaben der Besatzung an Land. Seit 2010 haben 60 russische Kriegsschiffe Ceuta als Anlaufstelle benutzt.

Tankstopp abgesagt

Spaniens Dilemma hat sich nun von selber gelöst. Moskau hat seine Anfrage zur Betankung zurückgezogen. Der Grund ist unbekannt.

Woher die Flotte den benötigten Treibstoff erhält, ist ebenfalls unklar. Es ist jedenfalls sehr gut möglich, dass der marode Flugzeugträger sein Ziel vor Syrien aus eigener Kraft gar nie erreicht. Seis wegen Mangels an Benzin oder wegen eines neuen Defekts, der am alten Kriegsdampfer jederzeit auftreten kann. Das wäre ein herber Imageverlust für den säbelrasselnden russischen Präsidenten Wladimir Putin. (gf)

Publiziert am 28.10.2016 | Aktualisiert am 31.10.2016
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6 Kommentare
  • Urs  Hagen 29.10.2016
    Da kann man ja sich ja mal fragen ob die wirklich mit Benzin fahren. Zudem sind mir Oel betriebene Flugzeugträger im Mittelmeer lieber als alte marode Druckreaktor betriebene amerikanische Flugzeugträger aus den 70er und 80er Jahren. Ein schlechter Bericht der werde Hand noch Fuss hat und nur bestätigt, dass die USA die EU-Medien steuert.
    • Pascal  Berger 29.10.2016
      Reden Sie sich Ihre Russen nur schön, das ist ihre Sache. Aber Schweizer Medien, von den Amis kontrolliert? Sie sind mein Aufsteller des Tages, selten so gelacht. Die Russen hatten übrigens auch mit dem Nuklearantrieb herumgespielt. Das Resultat liegt jetzt am Grund des europäischen Nordmeers. Soviel zu Ihren Helden.........
  • Peter  Kunz aus Biberist
    28.10.2016
    Die Russen sind nicht dumm und die Russen sind nicht zu unterschätzen. Vielleicht kommt ja rechtzeitig vom Schwarzen Meer ein Tankschiff dem Träger Verband entgegen. Wenn den Menschen in Aleppo Bomben auf den Kopf fallen, die von den Flugzeugen des Trägers abgeworfen wurden, dann nützt diesen der westliche Spott über den Träger wenig. Ich bin leider, leider sicher, der Träger wird ankommen und damit auch das transportierte Kriegsmaterial wie Flugzeuge und Waffen. Es eh traurig was da abgeht.
  • Ernest  Blanco 28.10.2016
    Schlecht recherchiert: Dampfturbine gleich Rauchfahne ist falsch, da auch nuklear betriebene US Flugzeugträger einen Dampfturbinenantrieb verwenden. Zweitens verbrennt man hier natürlich kein Benzin sondern billigstes Schweröl. Drittens, selbstverständlich geht diesem Kahn der Sprit nicht aus, da die Russen im Mittelmeer eine Flotte mit Versorgungsschiffen unterhalten, um bei Bedarf auch Treibstoff zeitgerecht anliefern zu können. Deshalb hat Russland besagten Tankstopp selbst abgesagt.
  • Philipp  Krick 28.10.2016
    By the way: Ist ein Flugzeugträger. Muss wahrscheinlich nur in die Nähe von Syrien kommen. Für die "lokale Präsenz" sind dann die Kampfjets zuständig.
  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    28.10.2016
    Da hat sich Herr Putin etwas übernommen. Sein Land steht sowieso vor der Pleite. Der Verkauf von Rohstoffen bringt keinen Gewinn mehr und andere Dinge zum Export haben sie nicht zu bieten. Neue Technik bekommt er nicht da die NATO-Staaten ihn boykottieren und die Kreditwürdigkeit seines Landes ist auch im Keller. Ich fürchte mit dem Flugzeugträger geht es so wie mit der Kursk, dem abgesoffenen U-Boot.