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Knut Superstar: Das weisse Fellknäuel lockte Millionen von Besuchern in den Berliner Zoo und schaffte es gar ins Kino. So putzig war der Eisbär, als er noch klein war. Diese Zeiten sind zwar vorbei – der pubertäre Knut hat die kindlichen Züge verloren und strotzt nun vor Bärenkräften. Doch um das Geld, das er seinem Tiergarten eingebracht hat, ist ein Streit entbrannt, der auf einen neuen Höhepunkt zusteuert.
Der Tierpark Neumünster im Bundesland Schleswig-Holstein ist die Heimat von Knuts Vater Lars. Die Norddeutschen haben ihren Bären einst in die Hauptstadt ausgeliehen, wo er den berühmten Nachwuchs zeugte. Deshalb versuchen die Neumünsterer seit 2008, sich eine Scheibe von Knuts Erfolg abzuschneiden.
Zum Reden zwingen
Sechs Millionen Euro (9 Millionen Franken) zusätzliche Einnahmen soll der Berliner Zoo dank dem Eisbären-Baby verbucht haben, behauptet der Zoodirektor von Neumünster, Peter Drüwa. Die Hauptstädter schweigen sich zu dieser Summe eisern aus und müssen deshalb am nächsten Dienstag vor Gericht. Mit seiner Auskunftsklage will Drüwa seine Widersacher zum Reden zwingen – und danach einen Teil der Erlöse einfordern.
Die Berliner zeigten im monatelangen Streit bisher wenig kooperationsfreudig. Zoochef Bernard Blaszkiewitz kanzelte die Neumünsterer schnöde ab: «Die kriegen ein paar Pinguine und dann ist die Sache in Ordnung.» Davon hätten sie schon genug, antworteten die Norddeutschen. Nein, sie wollen Cash sehen. Das haben sie gemäss der «Nürnberger Zeitung» auch dringend nötig – für Unterhaltsarbeiten.
Knut in Isolationshaft
Was letztlich aus Knut selber wird, ist offen. Der Koordinator für europäische Eisbärenzucht, der Holländer Janos Szantho, darf über dessen Schicksal zusammen mit «Besitzer» Peter Drüwa entscheiden. Die Berliner würden ihren noch jungen Altstar gerne behalten. Dessen Betreuer Heiner Klös gibt sich ob des Gerichtstreits gelassen und betont: «Hauptsache ist, dass es Knut wunderbar geht.»
Das sehen lange nicht alle so. Tierschützer kritisieren allgemein die Zucht der arktischen Raubtiere in Gefangenschaft. Und die Berliner Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling nannte Knut, der alleine in seinem Gehege lebt, den «einsamsten Eisbären der Welt in Isolationshaft». (hhs)
So gross ist Knut schon geworden – und gross ist auch der Zoff um die Einnahmen, die er dem Berliner Zoo brachte.- AP