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Richard O’Barry (68) war in den Sechzigerjahren unter Delfintrainern der Grösste. Eigenhändig fing und trainierte er alle fünf Delfine der TV-Serie «Flipper». Damit verdiente er Millionen.
1970 wechselte er die Seite: «Als der letzte ‹Flipper›-Delfin in meinen Armen starb, realisierte ich, dass es ein Verbrechen ist, was ich mit den Delfinen gemacht hatte.» Wer solche Tiere gefangen halte, richte sie zugrunde, so seine Erkenntnis.
Seit diesem Tag hat O’Barry eine Mission: Er reist rund um die Welt und kämpft gegen die Misshandlung der intelligenten Säuger.
Vergangene Woche war O’Barry aus demselben Grund in der Schweiz. In Bern wollte er den Chef des internationalen Zoo- und Aquarienverbands (WAZA) treffen, ihm Aufnahmen abgeschlachteter Delfine zeigen und ihn davon überzeugen, auf die japanische WAZA-Sektion Druck auszuüben: Sie soll endlich das Taiji Whale Museum aus dem Verband werfen; der Vergnügungspark ist massgeblich am Handel mit Delfinen beteiligt.
Seit drei Jahren ersuchte O’Barry vergeblich um einen Termin bei WAZA-Chef Gerald Dick (50), der in Bern residiert. Deshalb ging OBarry am Donnerstag einfach vorbei – und blitzte wieder ab: Dr. Dick sei unabkömmlich, hiess es.
Gegenüber SonntagsBlick bestreitet Dick, jemals eine Terminanfrage von O’Barry gesehen zu haben – obwohl SonntagsBlick das Mail mit seiner Absage vorliegt.
Mehr Erfolg hatte der Delfinschützer beim Ersten Sekretär der japanischen Botschaft Junji Yamazaki in Bern: Der empfing ihn, und so konnte er dem Diplomaten zeigen, wie grausam die Fischer im japanischen Fischerdorf Taiji mit Delfinen umgehen.
Dort beginnt jedes Jahr im September das grösste Delfinmassaker der Welt statt. Etwa zwei Dutzend Fischer fahren in kleinen Booten aufs Meer hinaus. Wenn sie einen Schwarm Delfine geortet haben, treiben sie die geselligen Tiere in eine enge Bucht, werfen riesige Fangnetze aus und schneiden ihnen den Fluchtweg ab.
Dann beginnen die Fischer, mit Lanzen und Messern auf die Delfine einzustechen. Das Wasser färbt sich langsam tiefrot. Pro Delfin kassieren die Fischer rund 700 Dollar. Nur die schönsten Exemplare werden am Leben gelassen und an Vergnügungsparks verkauft – für bis zu 280 000 Dollar!
Die japanische Botschaft zeigte sich betroffen und versprach, der Regierung in Tokio Bericht zu erstatten.
O’Barry ist halb zufrieden mit seinem Schweiz-Besuch – froh über die Reaktion des Botschafters, doch enttäuscht über die Abfuhr beim Verbandspräsidenten. «Ich finde es eine Schande, dass er mir nicht hilft, das Delfinmassaker zu stoppen.»