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Der Kadaver des Kalbes wurde am Samstagmorgen auf einer Alp oberhalb von Tschierv auf der Südseite des Ofenpasses gefunden. Der Bär hatte das Tier mit Prankenhieben auf den Kopf und auf den Rücken erlegt.
Danach frass er an einem hinteren Oberschenkel des Kalbes und an dessen Eingeweiden. Die Spuren am Kadaver deuteten sofort auf einen Bären hin, eine genauere Obduktion bestätigte später diesen Anfangsverdacht.
Reinhard Schnidrig, Chef der Sektion Jagd und Wildtiere im Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, schlug den Nutztierhaltern in der Gegend deshalb vor, ihre Herden mit Hirten und Hunden zu schützen.
Nichts hält Schnidrig vorderhand von der Idee, den Bären mit dem Einsatz von Gummigeschossen abzuschrecken. Solche Schüsse könnten Bären zwar vergrämen, sie sollen in der Schweiz aber nur eingesetzt werden, wenn Menschen bedroht sind.
Zur Information von Bevölkerung und Touristen wird im Münstertal nun ein Faltblatt verteilt, auf dem die wichtigsten Verhaltensregeln im Falle einer Begegnung mit dem Bären aufgelistet sind. Besonders wichtig ist es, dass sich Wanderer dem Bären durch Geräusche bemerkbar machen. Im Normalfall suche er dann von sich aus das Weite.
Keinesfalls darf der Bär gefüttert werden. Dies würde dazu führen, dass er sich an die Menschen gewöhnt und dann eventuell in der Nähe der Dörfer auftaucht. Der erste Bär in der Schweiz seit rund 100 Jahren war am vergangenen 25. Juli erstmals in der Nähe des Nationalparkes gesehen worden (Blick Online berichtete).
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Meister Petz erkundet den Schweizerischen Nationalpark, hier auf einem Bild vom Donnerstag. (Keystone)