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Es seien schwere Zeiten für die deutschen Neonazis, spottet der Satiriker Tobias Schlegl in der Sendung «Extra 3» auf NDR: Sogar die Schweiz habe die Glatzen mit dem Minarett-Verbot mittlerweile rechts überholt. Zum Beweis zeigt Schlegl eine bitterböse Neuversion des Ricola-Werbespots.
Ein grobschlächtiger Rechtsradikaler mit Baseball-Schläger steht da vor der Hamburger Silhouette und fordert ein «sauberes Stadtbild». Deshalb hätten er und seine Kumpels ein Minarett-Verbot erfunden. «Den Muslimen und dem ganzen Pack wollten wir schon lange eins auswischen.»
Doch da hat der Nazi die Rechung ohne den kleinen Schweizer im Anzug gemacht: Wie Erich Vock im Original fragt er mit starkem Akzent: «Wer hats erfunden?» Kleinlaut muss der Gatzkopf einräumen: «Die Schweizer…». Eben!
Das Minarett-Verbot schafft neue Freunde, so die Botschaft – aber kaum solche, wie sie die Schweiz will.
«Da gilt wohl Pressefreiheit»
Nicht lachen mag man über die Persiflage in Laufen BL, dem Hauptsitz von Ricola. «Wir finden den Beitrag nicht lustig», sagt Sprecher Bernhard Christen. «Der Film setzt Ricola mit Themen in Verbindung, mit denen wir überhaupt nichts zu tun haben.»
Für den Bonbon-Hersteller eine neue Situation. «Bisher ist unser Werbespruch immer nur auf positive Weise kopiert worden.» Etwas gegen den Film unternehmen will Christen aber nicht, denn «da gilt wohl Pressefreiheit». (hhs/bö)