Amsterdam ade LA ist das neue Kiffer-Paradies

  • Publiziert: 21.10.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

LOS ANGELES – 1996 gab das kalifornische Volk grünes Licht für den Cannabis-Konsum aus medizinischen Gründen. Heute gibts in Los Angeles mehr Hasch-Händler als Starbucks-Shops.

14 US-Bundesstaaten lassen Kranke kiffen oder Cannabis in Form von Sprays, Süssigkeiten oder Guetsli konsumieren. Die Heilkraft von THC – dem Hanf-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol – ist dabei weniger umstritten, als die Anziehungskraft, die das natürliche Medikament auf Gesunde hat.

Laut der «Südostschweiz» von heute, für die ein Reporter aus Kaliforniern berichtet, läuft Los Angeles der bisherigen Cannabis-Metropole Amsterdam (NL) den Rang ab. Kiffende Trittbrettfahrer der Hanf-Legalisierung haben an der US-Westküste ein berauschendes Angebot an Läden – und Ärzten.

Rezept zum Kiffen kostet keine 100 Dollar

An der Strandpromenade von Venice Beach lassen Mediziner Flyer verteilen, um Neukunden für die Erteilung der Lizenz zum Kiffen zu gewinnen. Das ärztliche Schreiben ermöglicht es mehr oder weniger kranken Patienten, ein Jahr lang Cannabis-Produkte zu kaufen und zu konsumieren.

Die Visite kostet theoretisch 150 Dollar, praktisch drückt der Konkurrenzkampf zwischen den Ärzten die Preise auf die Hälfte. Ein «Rezept» erhält, wer etwa über fehlenden Appetit oder Schlaflosigkeit klagt. Beschwerden, die von einem Werbeblatt der Praxis abgeschrieben werden können.

Zwischen 800 und 1000 Verkaufsstellen allein in Los Angeles bringen dann das Cannabis unters Volk. Nicht selten rund um die Uhr, nicht selten in Reichweite von Schulen und Unis.

Razzien angedroht – und eine neue Initiative

Staatsanwalt Steve Cooley bleibt nicht länger cool, was das florierende Geschäft mit TCH und den eingebildeten Kranken angeht: «Wir gehen davon aus, dass 100 Prozent illegal sind», wird er in der «Südostschweiz» zitiert. Er droht den Hanf-Händlern mit Razzien in naher Zukunft.

Den Zug der Legalisierung dürfte Cooley aber damit nicht mehr aufhalten können. Umfragen in Kalifornien zeigen, dass eine totale Freigabe von Cannabis eine Mehrheit findet – was Aktivisten zu einer neuen Initiative im kommenden Jahr beflügelt. (dip)

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