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Monatelang bereitete die deutsche Kanzlerin und EU-Vorsitzende Angela Merkel (52) die EU-Party vor. Und alle kamen nach Berlin: der britische Premier Tony Blair (53), der französische Präsident Jacques Chirac (74), der italienische Regierungschef Romano Prodi (67).
Der politische Höhepunkt: Merkel stellte die «Berliner Erklärung» vor. Die 27 Staaten und 490 Millionen Bürger umfassende Europäische Union soll durch eine Verfassung oder etwas Ähnliches bis 2009 auf eine «erneuerte gemeinsame Grundlage» gestellt werden.
Damit auch die Leute etwas zu feiern hatten, wurden 77 Festzelte installiert, nachts legten über 100 DJs auf, Joe Cocker sang, es gab ein Feuerwerk.
Nur: EU-Begeisterung wollte nicht so richtig aufkommen. Dafür redeten alle von Knuddel-Knut – auch «Cute Knut» genannt oder «King Knut»: das Eisbärbaby aus dem Berliner Zoo!
26000 Menschen strömten am Wochenende in den Zoo. Schlangen von hunderten Metern vor den Kassen, ein Riesengedränge vor dem Gehege! Einige brachten Leitern mit, viele Kinder Knut-Plüschtiere.
Das 16 Wochen alte und neun Kilo schwere Bärchen war bestens gelaunt: Es tapste herum, purzelte, machte Männchen – und einen «Ränzler» ins Wasser. «Knut hat seinen Auftritt genossen», so Zoo-Tierarzt André Schüle. «Er war cool und relaxed.»
Täglich von 11 bis 13 Uhr ist Knut seit Samstag im Freien zu bestaunen. Ein Ende des Hypes ist nicht in Sicht. Der Zoo hat den Namen Knut als Marke geschützt; bald werden Knut-Shirts, Knut-Tassen und Knut-Kleber dem Zoo Millionen bescheren.
Da schlich sich gar Muster-Europäer Romano Prodi gestern plötzlich aus der EU-Sause davon – und tauchte bei Eisbär Knut wieder auf!