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Von den beiden Jungtieren hat das Weibchen die Schnauze vorn: Elmira kam am 9. Juni zur Welt und schwimmt schon sehr geschickt durchs grosse Wasserbecken des Basler Zolli. Der am 13. Juni geborene Escalon dagegen ist kein Draufgänger: Er wagt sich noch nicht aus dem Vorbecken, wie Tierpfleger Markus Rüfenacht sagt.
Grund ist laut dem Betreuer vermutlich das unterschiedliche Erziehungsverhalten der Mütter: Die 15-jährige Peggy geht mit ihrer Tochter Elmira eher sorglos um, während die 12-jährige Robia ihren Sohn Escalon strenger vor den andern Tieren der Gruppe in Schutz nimmt.
So strampelt das junge Männchen, wenn es vom Vorbeckenrand für einmal ins grosse Becken rutscht, sofort wieder ins «Kinderbassin» zurück. Doch auch der Kleine wird rasch Fortschritte machen: In freier Natur verbringen Seelöwenmütter nach der Geburt nur zwei Wochen an dem für sie gefährlichen Strand.
Schon nach diesen zwei Wochen, die stets Mitte Juni beginnen, werden die Weibchen wieder brünstig. Für den Rest des Jahres sind sie dann schwanger: «Junge müssen daher schnell schwimmen lernen», erklärt Zolli-Tierarzt Christian Wenker. Seelöwenweibchen sind denn auch wenig zimperliche Schwimmlehrerinnen.
Das sei «fast nicht zum Hinsehen», sagen Wenker und Rüfenacht: Die Mütter schubsen und tauchen ihre Jungen ins Wasser, sodass diese einfach schwimmen müssen, wenn sie nicht ertrinken wollen. Erst wenn das Junge erschöpft ist, hebt es die Mutter zum Atmen wieder an die Oberfläche.
Die zwei jungen Seelöwen bleiben ungefähr ein Jahr lang im Zoo. Vorerst stehen ihnen aber noch weitere Schritte bevor: Ab Herbst geben ihre Mütter immer weniger Milch, und bis zum im nächsten Frühling müssen sie dann von Hering satt werden. (SDA/hhs)