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Die Leute reagierten zum Teil total unvernünftig und näherten sich dem Braunbären auf der Münstertaler Seite des Ofenpasses auf kurze Distanz, sagte Jagdinspektor Georg Brosi. Er sprach von «wahnsinnigen Annäherungsversuchen» mit hohem Risiko. Brosi warnt deswegen: «So geht das nicht mehr lange gut.»
Aber auch der Bär offenbare ein «unbärisches Verhalten», sagte Brosi weiter. Er zeige wenig Scheu vor Menschen. Normalerweise würden sich Bären zurückziehen, sobald Menschen auftauchten. Deshalb seien wilde Bären schwierig zu beobachten.
Das Grossraubtier tauchte in den letzten Tagen regelmässig in der Nähe des Dorfes Tschierv auf, wo er ein Kalb riss. Dieses wurde liegen gelassen, der Bär ernährt sich weiterhin davon.
Im Münstertal überwiegt die Freude über die Anwesenheit des Bären. Über das letzte Wochenende seien die Hotels praktisch ausgebucht gewesen, sagte Annelies Albertin von Turissem Val Müstair. Auch sie beschleicht wegen der waghalsigen Bärenbeobachtungen ein mulmiges Gefühl: «Die Szenen erinnern an einen Tierpark.»