
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Am 11. Oktober 2008 schockte der Tod des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider Österreich. In seinem VW-Phaeton verunglückte der umstrittene Chef der rechten Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) auf der Loiblpass-Strasse in Lambichl tödlich. Er soll zu schnell und mit einer erheblichen Menge Alkohol im Blut unterwegs gewesen sein (Blick.ch berichtete). Der Crash wurde als Unfall deklariert und von der Staatsanwaltschaft abgeschlossen.
Wisnewski – der Enthüllungs-Journalist
Der deutsche Enthüllungs-Autor Gerhard Wisnewski wollte sich mit dieser Version der Geschichte nicht abfinden. Wie so oft, denn die Geschichten hinter den Geschichten sind seine Spezialität. Wurden die Terroranschläge am 11. September wirklich von Al Kaida inszeniert und ist Neil Armstrong tatsächlich auf dem Mond gelandet? Das sind Fragen, mit denen sich der Münchner Politologe beschäftigt. «Durch meine Bücher und Artikel möchte ich die Menschen anregen, die Berichterstattung der Medien kritischer zu hinterfragen.»
Es war ein politisch motiviertes Attentat
So liess Wisnewski auch der Fall Haider keine Ruhe. Zu viele Fragen blieben ungeklärt. Nach acht Monaten Recherche nun der Clou: «Wir müssen uns davon verabschieden, dass Jörg Haider durch einen Unfall zu Tode kam. Ich bin überzeugt, es handelte sich um einen inszenierten Crash, das Fahrzeug wurde präpariert und in Lambichl abgestellt», erklärt Wisnewski im Gespräch mit «Österreich».
Wisneweski, der unter anderem für den Spiegel und die ARD tätig war, sprach mit Bekannten, Angehörigen, untersuchte den Unfallwagen und las alle Gutachten. Während seiner Recherche stiess der Grimme-Preisträger auf viele Ungereimtheiten. «Allein aufgrund des Anhalteweges kann Haider nicht mit 142 km/h, sondern muss deutlich langsamer mit nur 90 km/h unterwegs gewesen sein.» Auch der Aussage der einzigen Zeugin und, dass Haider betrunken gewesen sein soll, glaubt Wisnewski nicht. «Denn in seinem Magen wurde gar kein Alkohol gefunden, das ist schon recht ungewöhnlich», so der Journalist.
Das Enthüllungsbuch
Nun bringt Gerhard Wisneswski eines seiner berüchtigten Enthüllungsbücher raus. Er ist davon überzeugt, dass «Haider in dem Moment gestorben ist, wo er auf dem Weg war, bundespolitisch wieder mehr Macht zu erringen. Bei den Parlamentswahlen Ende September 2008 erzielte die BZÖ einen Stimmenanteil von elf Prozent und war zwischenzeitlich als möglicher Koalitionspartner der ÖVP im Gespräch. Das dürfte den Tätern nicht gefallen haben«, so der Autor.
Unterstützt wird Wisnewski bei seinen Enthüllungen von der Familie Haiders. «In meinen Gesprächen mit den Angehörigen hatte ich den Eindruck, auch für sie ist die Sache noch nicht abgeschlossen.»
Die Staatsanwaltschaft dagegen kooperiert nicht. «Es gibt keine Erkenntnisse über ein Attentat», dementiert ein Sprecher. (s5j)
Streitbarer und umstrittener Politiker: Jörg Haider. Wurde er ermordet?- Reuters