Künstler gegen Spielzeug-Gigant Ai Weiwei zwingt Lego in die Knie

KOPENHAGEN - Weil der berühmte chinesische Künstler Ai Weiwei für eine seiner Installationen eine Grossbestellung aufgegeben hat, muss Lego jetzt seine Verkaufspolitik ändern.

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Seit 1. Januar erkundige sich die Lego-Gruppe beim Verkauf grosser Mengen ihrer Produkte nicht mehr nach dem «Zweck», teilte das Unternehmen gestern mit. Damit sollen «Missverständnisse» vermieden werden.

Missverständnisse? Lego hatte einen internationalen Shitstorm ausgelöst, nachdem es eine Bestellung von Ai Weiwei im vergangenen Jahr zurückgewiesen hatte. Das Unternehmen begründete den Schritt damit, dass die Steine «für politische Arbeiten» benutzt würden.

Der Künstler zeigte sich damals «entgeistert». Für ein Kunstwerk im Rahmen der Ausstellung «Andy Warhol - Ai Weiwei» bekam er dann letztlich von Fans massenhaft Lego-Steine gespendet. Er wollte damit die Porträts von 20 australischen Bürgerrechtlern in Lego nachbauen.

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In einer Spendenaktion sammelte Ai Weiwei Legosteine in einem 5er-BMW. AFP

Die Entscheidung der dänischen Spielwarenfirma, nun nicht mehr nach dem Grund für Grossbestellungen zu fragen, bezeichnete Ai Weiwei auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als «feinen Zug».

Lego betonte zugleich aber auch, dass Käufer bei einer Ausstellung ihrer Lego-Kreationen deutlich machen müssten, dass das Projekt nicht von dem Unternehmen unterstützt werde.

Bis Ende vergangenen Jahres verlangte Lego bei grossen Bestellungen Informationen zum jeweiligen Projekt - dies, weil der Zweck von Lego sei, Kinder zu kreativem Spiel anzuleiten und nicht um die Interessen einzelner Personen oder Organisationen zu unterstützen. (SDA/bih)

Publiziert am 13.01.2016 | Aktualisiert am 13.01.2016
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Berlin: Ai Weiwei darf nicht an seine grösste Ausstellung

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4 Kommentare
  • Rolf  Hess 14.01.2016
    Ich habe nichts mehr übrig für Lego, weil, zehn Jahre lang hat Lego in Willisau von günstigen Steuern profitiert, das Abkommen ist Ende 2004 ausgelaufen. Danach wurde die Produktion nach Tschechien verlegt, weil man dort wiederum keine Steuern bezahlen muss. Auch die Lego Europazentrale in Baar wurde ein Jahr nach Inbetriebnahme wieder geschlossen. Firmen mit schlechtem Charakter interessieren mich nicht.
  • Alex  Müller aus Lenzburg
    13.01.2016
    Wie im Artikel beschrieben unterstützt Lego die jeweiligen Projekte NICHT.
    Und die Waffenindustrie mit Lego zu vergleichen, da muss man schon tief in die Fantasie abtauchen...
  • Ulrich  Schwab 13.01.2016
    Jetzt ist verständlich wenn dieser Querulant in China verfolgt wird.
  • tim  meier 13.01.2016
    Endlich eine Firma welche die Courage hat nicht nur aus Profit an alle erdenklichen Kunden zu Verkaufen. Die Waffenindustrie kann sich vom Spielsachenhersteller noch lernen