Kritik für Tipps gegen Kölner Sex-Mob: «Eine Armlänge» Shitstorm

KÖLN (D) - Was als gut gemeinter Rat gedacht war, entwickelt sich für Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu einem ausufernden Shitstorm. Der Verhaltens-Kodex, welchen die Stadt nach den Grapsch-Attacken der Silvesternacht herausgegeben hat, wird im Internet verrissen.

Kölns Oberbürgermeistern Henriette Reker muss sich Kritik anhören. play

Kölns Oberbürgermeistern Henriette Reker muss sich Kritik anhören.

Reuters / Wolfgang Rattay

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Die Pressekonferenz der Kölner Polizei mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker war kaum beendet, da machte eine Äusserung der Politikerin bereits die Runde. «Eine Armlänge» – oder in Twitter-Sprache #einearmlaenge – wurde zum Symbol für die Ratlosigkeit der Behörden nach den schrecklichen Attacken des Grapsch-Mobs in der Silvesternacht (BLICK berichtete).

Angesichts der Anzahl der möglichen Täter steht die Polizei auf verlorenem Posten. play
Die Polizei zeigt auf dem Platz vor dem Kölner Bahnhof Präsenz. zvg

 

Eigentlich wollte Reker - die im Oktober von einem Neonazi schwer verletzt wurde - mit ihrer Aussage verunsicherten Frauen einen guten Rat geben. Mit einem Verhaltens-Kodex sollten sie sich im Hinblick auf die bevorstehenden Karnevalsfeiern auch in grossen Menschenmengen sicher fühlen. Einer der Tipps lautete: Halten Sie Abstand zu fremden Personen. Wie viel Abstand? «Eine Armlänge», präzisierte Reker.

Kritik an Reker – und der Polizei

Damit war der Shitstorm für die 59-Jährige bereits losgetreten, obwohl die Aussage aus dem Zusammenhang gerissen war. Naivität wurde ihr vorgeworfen. In dieser Äusserung zeige sich die Planlosigkeit der Behörden im Umgang mit dem Grapscher-Mob. Der Spott des Internets war Reker sicher:

  

Die Kritik richtete sich aber nicht nur an Reker. Auch die Polizei musste noch während der Pressekonferenz Fehler eingestehen. Noch am Neujahrsmorgen verkündete sie, die Feierlichkeiten in der Nacht seien «weitgehend friedlich» verlaufen. Gestern darauf angesprochen, musste Polizeipräsident Wolfgang Albers zugeben: «Das war falsch.» Der Polizeibericht sei «ein Fehler» gewesen.

Keinen Hinweis, dass es sich um Flüchtlinge handelt

In Köln ist die Zahl der Opfer, die bislang Anzeige erstattet haben, auf 90 gestiegen – einige wegen sexueller Belästigung, andere wegen Diebstahl oder auch beidem. In einem Fall geht die Polizei gar von einer Vergewaltigung aus.

Mittlerweile haben die Ermittler auch ihre Angaben zu den Tätern präzisiert. Der Mob habe wohl aus mehreren hundert Männern bestanden. Ob es sich bei ihnen – wie zunächst behauptet – um Flüchtlinge handelt, wollen die Verantwortlichen nicht bestätigen. «Es gibt keinen Hinweis, dass es sich hier um Menschen handelt, die hier in Köln Unterkunft als Flüchtlinge bezogen haben», sagte Rekers. 

Publiziert am 06.01.2016 | Aktualisiert am 06.01.2016
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Kölner Polizei zu Grapsch-Attacken : «Opfer können die Täter nicht identifizieren»

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95 Kommentare
  • willy  telli aus brügg
    06.01.2016
    Ich hoffe nur, dass das Jahr nicht so weiter geht wie es in Köln, Hamburg und Stuttgard angefangen hat. Es muss sofort der Tarif klar gemacht werden. Harte Strafen.
  • Christian  Schmid 06.01.2016
    Auf ein Neues
    An alle Empörten.Nehmt es gelassen.Ist doch Kulturbbereicherung vom feinsten.
  • franceaco  meier aus Chur
    06.01.2016
    Und dann staunen die Politiker wenns immer mehr Glatzköpfe mit Springerstiefel hat!!
  • Esther  Hobi , via Facebook 06.01.2016
    Die Politiker sind doch nicht mehr bei Verstand,wir Frauen haben uns nicht anzupassen doch eher die armen Flüchtlinge,allen voran Männer die sich als Feiglinge Puten Frauen begrapschen und den Schwanzflosse einziehen wenn es darum geht in der Heimat zu kämpfen.
  • John  Livers aus St.Gallen
    06.01.2016
    Schlussendlich wird sich alles nur als Rechtsnationale NAZI Propaganda herausstellen um unsere Gäste zu diskreditieren.