Krieg im Kaukasus!

  • Publiziert: 08.08.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

TIFLIS – Der Konflikt zwischen Georgien und Südossetien eskaliert: Die Nachbarn bekämpfen sich. Es werden zahlreiche Opfer gemeldet. Und der erste Einsatz russischer Kampjets!

Zuerst habe Südossetien zwei Kampfjets vom Typ Suchoi SU-25 zur Bombardierung georgischer Stellungen eingesetzt, hiess es. Unmittelbar danach hätten fünf georgische Kampfjets gleichen Typs Angriffe auf Südossetien geflogen.

Georgien startete zudem eine Militäroffensive, um die Kontrolle über die abtrünnige Provinz zurückzugewinnen. Truppen hätten die Hauptstadt umstellt, sagte der georgische Minister für die Wiedereingliederung, Temur Jakobaschwili.

Ziel sei nicht, Tschinwali einzunehmen, sondern die «Stellungen der Separatisten zu zerstören».

«Krieg ausgebrochen»

In der kleinen Bergregion im Südkaukasus sei ein neuer Krieg ausgebrochen, berichtete der russische Staatsfernsehsender «Rossija» heute Morgen. Nach unbestätigten Berichten starben allein auf südossetischer Seite in der Hauptstadt Zchinwali mindestens 15 Menschen, die meisten von ihnen meisten Zivilisten.

Die ebenfalls von Georgien abtrünnige Region Abchasien sicherte Südossetien Militärhilfe zu. Rund eintausend abschasische Freiwillige wollten schon bald nach Südossetien aufbrechen, kündigte er gegenüber Interfax an. Nach Angaben des Präsidenten der russischen Republik Nordossetien, Taimuras Mamsurow, sind auch dort «hunderte Freiwillige» aufbruchbereit. «Wir können sie nicht stoppen», sagte er.

Russische Bomber greifen ein

In einer ersten Reaktion rief Russland Georgien zur Vernunft auf. Sonderbotschafter Juri Popow bezeichnete die neue Offensive als «absolut unverständlich».

Doch laut neusten Agenturmeldungen hat Russland mittlerweile mit Kampfjets ein Ziel auf georgischem Gebiet bombardiert. Zudem sollen sich Hunderte Kämpfer aus Russland und Abchasien zur Unterstützung der Separatisten in die Krisenregion aufgemacht haben.

Laut georgischen Medien wurden in Tiflis Hunderte Reservisten zusammengezogen. Beide Seiten hatten in den vergangenen Tagen tausende Menschen in Sicherheit gebracht, unter ihnen vor allem Kinder. Trotzdem seien viele Einwohner weiter in Gefahr. (SDA/gux)

Uno mit Dringlichkeitssitzung

NEW YORK – Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist wegen der Eskalation der Gewalt in der georgisch-südossetischen Konfliktzone zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Russland hatte die Sitzung in der Nacht auf heute kurzfristig beantragt. Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin warf Georgien aggressives Verhalten gegen Südossetien vor. Nach dem Bruch der Waffenruhe hatten beide Seiten nach Angaben der Agentur Interfax Ziele mit Kampfflugzeugen bombardiert. Beide Seiten sprachen von zahlreichen Opfern. Georgien startete heute Nacht zudem eine Militäroffensive, um die Kontrolle über die abtrünnige Provinz zurückzugewinnen. Truppen hätten die Hauptstadt umstellt, sagte der georgische Minister für die Wiedereingliederung, Temur Jakobaschwili.

Der Konflikt

Südossetien hatte sich in einem Krieg Anfang der 90er Jahre von Georgien gelöst. Ebenso wie das abtrünnige Abchasien gehört die Bergregion völkerrechtlich weiter zu Tiflis, wird jedoch wirtschaftlich von Russland unterstützt. Sie strebt einen Beitritt zur russischen Föderation an, Saakaschwili will dagegen beide Provinzen wiedereingliedern. In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen zwischen Russland und Georgien um die Kontrolle über die Kaukasus-Regionen wieder verschärft.

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