Chaos in Griechenland Krawalle auf den Strassen

ATHEN - Griechenland im Ausnahemzustand: Der Widerstand gegen das neue Sparpaket ist gross. In Athen gab es mehrere Krawalle zwischen Randalierer und Polizisten. Mehrere Mitglieder der Regierung traten zurück.

  • Publiziert: 10.02.2012

Das Sparpaket sieht neue, erhebliche Einschnitte vor: Niedrigere Mindestlöhne, eingefrorene Gehälter und weniger Beamte. Selbst bei der bis zuletzt umstrittenen Rentenkürzung gab es nach Angaben aus Athen eine Einigung. Bis 2015 soll Griechenland so 14 Milliarden Euro sparen, allein dieses Jahr sollen es 3,1 Milliarden sein.

Das passt den griechischen Gewerkschaften nicht. Aus Protest gegen das neue Sparprogramm lancierten sie heute erneut umfangreiche Streiks. Dabei kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen mit der Polizei. Dutzende der rund 7000 Demonstranten warfen im Zentrum Athens Molotow-Cocktails und Steine, die Polizeikräfte reagierten mit dem Einsatz von Tränengas.

Ultimatum bis Mittwoch

Die Zeit wird knapp, den Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Die Euro- Finanzminister stellen der griechischen Regierung ein Ultimatum. Bis nächsten Mittwoch müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein, sonst gibt es kein Geld.

Angesichts der harten Auflagen bröckelt allerdings der politische Konsens in Griechenland. Bis heute Abend waren mehrere Mitglieder der 50-köpfigen Regierung zurückgetreten, darunter alle vier Minister der kleinen rechtsgerichteten Partei LAOS. Beobachter hielten es für möglich, dass eine neue Regierung Papademos' nur noch aus Experten - sogenannten Technokraten - bestehen werde, wie es in Italien der Fall ist. Diese würden dann möglicherweise freier agieren können.

Eine der zentralen Bedingungen der Euro- Finanzminister nach parteiübergreifender Unterstützung für den Sparkurs bleibt also unerfüllt. Mit Blick auf die im Frühjahr anstehenden Parlamentswahlen müssten alle Koalitionspartner in Athen verbindlich zusichern, das Programm zu unterstützen, hatte Euro-Gruppenchef Jean- Claude Juncker nach Beratungen in der Nacht heute in Brüssel gesagt.

Zudem müsse das griechische Parlament umgehend die Vereinbarung zwischen der Regierung und der «Troika» von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) für das nächste 130-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm billigen. Griechenland wird auch verpflichtet, zusätzlich 325 Millionen Euro im laufenden Jahr zu sparen.

Die ursprünglich für Sonntag erwartete Abstimmung könnte sich nach Informationen des staatlichen Fernsehens verzögern. Wahrscheinlich würden die Abgeordneten erst am Montag darüber abstimmen, berichtete das Fernsehen heute Abend. (SDA)

Kommentare (6)

  • Benno  Schoenholzer , Yang Talad
    Ich meine, es wird noch schlimmer werden!! Das Volk wird mehr und mehr aufbegehren! Und diese, weil die EU die Hausaufgaben nicht gemacht hat, weil sie sich von Griechenlands Politikern linken liessen!
    Ich hoffe, dass Griechenland auch bei den Militaerausgaben radikal wird sparen muessen! Damit das Militaer in Zukunft nicht gegen das rebellierende Volk vorgehen kann!
    • 11.02.2012
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  • Benno  Schoenholzer , Yang Talad
    Was fuer ein FIASKO!
    Griechenland ist wuetend!!
    Wuetend auf die EU-Beamten, die Griechenland eigentlich haetten kontrollieren sollen - muessen - und total versagt haben! Wuetend auf die eigenen Politiker, die Bruessel gelinkt haben!!! Und wieder einmal muss es das Volk, resp. der Einzelne auszubaden!!
    Ich finde, sie sind zu recht wuetend!!
    • 11.02.2012
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  • Benno  Schoenholzer , Yang Talad
    Griechenland leidet!
    • 11.02.2012
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  • Domenig  Wilhelm
    Immer mehr Geld einpumpen bedeutet immer mehr Zinsschulden gegenüber der EU ein Fass ohne Boden. Griechenland bleibt nur noch der Weg in die Pleite um ein Neubeginn von unten nach oben. Die EU stellt Bedingungen die nicht möglich sind. Nach der Pleite von Griechenland wollen wir dann sehen wie es weiter geht mit der hochgelobten EU.
    • 11.02.2012
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  • Fred  Bartlome
    Es wuerde mich interessieren wieviele Millionen schon an Spesen fuer diese Rettungsuebung ausgegeben worden sind.
    Nach wie vor scheinen die Griechen nicht einzusehen, dass die ganze Welt nicht mehr bereit ist, ihr Schlaraffenleben von gestern und die Streiks von heute weiter zu fianzieren. Und immer glauben die Eurokraten noch daran, dass sich die Griechen in Zukunft aendern werden. Wers glaubt!
    • 11.02.2012
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