Kolumbien traut Gontard nicht mehr

  • Publiziert: 10.07.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Auf die Dienste von Ermissär Jean-Pierre Gontard will Kolumbien künftig verzichten. Gestern händigte das Land der Schweiz zudem Unterlagen über den Vermittler aus.

Die kolumbianische Regierung hat der Schweiz eine Kopie der Unterlagen übergeben, welche den Schweizer Emissär Jean-Pierre Gontard betreffen. Das teilte die kolumbianische Botschaft in der Schweiz gestern am späten Abend mit.

Die Dokumente waren im beschlagnahmten Computer des Farc-Vizes Raul Reyes gefunden worden. Dieser war im März von der kolumbianischen Armee in Ecuador getötet worden.

Bogotá ziehe in Zukunft «direkte Kontakte zu illegalen Gruppierungen» einer Mediation vor, bekräftigte die Botschaft in ihrer Mitteilung. Die kolumbianische Regierung wolle jedoch die Beziehungen mit der Schweiz «in jenen Bereichen verstärken, in denen wir die gleiche Sichtweise haben».

Am Montag hatte der Friedensbeauftragte der Regierung, Carlos Restrepo, angekündigt, Kolumbien werde künftig einen eigenen Kontakt zu den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) aufbauen, um über die Freilassung der Geiseln zu verhandeln, die sich noch in der Gewalt der Farc befinden.

Zu den europäischen Vermittlern, dem Schweizer Gontard und dem Franzosen Noël Saez, habe Kolumbien kein Vertrauen mehr, hatte Restrepo ergänzt. Die Schweiz hat von dieser Entscheidung Kenntnis genommen. (SDA/gux)

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