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An einer eiligst einberufenen Pressekonferenz muss Sanford ein Fremdgeh-Geständnis ablegen. (AP)
South Carolinas Gouverneur Mark Sanford (49) galt als republikanischer Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur 2012. Am Wochenende berichteten Medien, der Mann sei verschwunden. Misteriös: Sanfords Mitarbeiter und sein Stellvertreter gaben an, nichts über seinen Verbleib zu wissen. Nicht einmal seine Ehefrau schien zu wissen, wo Sanford steckte.
Am Dienstag dann teilte sein Büro mit, Sanford sei allein zum Wandern in die Appalachen gefahren. Am folgenden Morgen wurde er von einem Reporter am Flughafen ertappt. Sanford gab ihm gegenüber zu, dass er sich heimlich in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires verdrückt hatte.
Peinlich: An einer eiligst einberufenen Pressekonferenz gestand der Verfechter traditioneller Familienwerte, dass er eine Woche lang bei seiner Geliebten in Argentinien untergetaucht war. «Die Wahrheit ist: Ich bin meiner Frau untreu geworden», sagte Sanford.
Seine langjährige platonische Freundschaft zu einer Argentinierin habe sich «im Verlauf des vergangenen Jahres zu etwas mehr entwickelt», sagte er. Sanford entschuldigte sich bei seiner Frau, seinen vier Kindern und seinen Mitarbeitern. Er legte ausserdem den Vorsitz der Republikanischen Gouverneursvereinigung nieder. Doch das Gouverneursamt wolle er behalten, kündigte er an.
Damit der Peinlichkeiten nicht genug: Die Zeitung «The State» aus Columbia veröffentlichte Auszüge aus dem E-Mail-Verkehr zwischen dem Gouverneur und der Argentinierin. Die Echtheit der E-Mails wurde vom Büro Standfords sogar bestätigt.
«… das würde in sexuelle Details gehen …»
«Ich könnte abschweifen und sagen, dass Du grossartig küssen kannst», steht dort geschrieben. «Oder dass ich die Kurven Deiner Hüften liebe, die erotische Schönheit, Dich im fahlen Schimmer des nächtlichen Lichts festzuhalten (oder zwei prächtige Teile von Dir). Aber das würde in sexuelle Details gehen …»
Sanfords Geliebte: «Du bist meine Liebe … Sogar für mich ist das schwer zu glauben, denn es ist eigentlich auch eine unmögliche Liebe.» Auch der Gouverneur war sich der Ausweglosigkeit der Affäre offenbar bewusst: «… wir sind in einer … hoffnungslosen Liebessituation …», schrieb er.
Konservative auf Abwegen
Sanford ist nicht der erste konservative US-Politiker, der Wasser predigt und Wein trinkt: Erst vor einer Woche hatte der republikanische Senator John Ensign seinen einflussreichen Posten als Ausschussvorsitzender niedergelegt, weil er eine aussereheliche Affäre hatte. Ensign, der ebenfalls als potenzieller Präsidentschaftskandidat gehandelt wurde, behielt sein Senatsamt.
Mit jeder aufgeflogenen Affäre reitet sich die republikanische Partei tiefer in die Krise. Und für die beiden Fremdgeher dürfte es mit den Ambitionen auf eine Nominierung als Präsidentschaftskandidaten endgültig vorbei sein. (noo)