Kobane-Kommandant Polat Can «Wir kämpfen hier für die ganze Welt»

KOBANE (SYRIEN) - Die Kurden-Kämpfer drängen die IS-Terroristen zurück. Ein Kommandeur berichtet Blick.ch über den Kampf und die Opfer, die sie bereit sind für die Welt zu geben.

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«Wir brauchen mehr Waffen, mehr Munition.» Kommandant Polat Can. ZVG

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Ein Kampf um jedes Haus, um jede Strasse. Ein scheinbar aussichtsloser Kampf, der sich doch lohnen könnte. Die Kämpfer der Kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vermelden in der Schlacht um die nordsyrische Grenzstadt Kobane Erfolge. Die Terrorbande des Islamischen Staats (IS) wird zurückgedrängt.

«Der IS hat in den letzten fünf Tagen keine Gebietsgewinne gemacht, wir haben ein paar Teile der Stadt befreit», sagt Kommandeur und YPG-Sprecher Polat Can zu Blick.ch. Noch vor wenigen Tagen hat der IS fast die Hälfte der Stadt kontrolliert, gestern soll es ein Drittel oder weniger gewesen sein.

«Luftschläge hätte es früher geben sollen»

Erfolge, die auch durch die Luftschläge der internationalen IS-Allianz möglich waren, «sehr präzise» seien diese gewesen, lobt sich das US-Verteidigungsministerium. Trotzdem: «Die Luftschläge hätten vor dem Einmarsch der Terroristen in die Stadt beginnen sollen. Wir hätten das alles verhindern können», sagt Polat Can.

Seit eineinhalb Jahre kämpfen die Kurden in Syrien gegen die Terroristen, vor einem Monat begann der Sturm des IS auf Kobane. «Unsere Waffen, die Munition, sind einfach und limitiert», sagt Can. «Nicht vergleichbar mit dem, was unsere Feinde haben.»

Er fordert: «Wir brauchen mehr Waffen, mehr Munition.» Das gelte nicht nur für Kobane, sondern für ganz Syrien, für den Irak. «Wir haben bis jetzt keine Hilfe von niemandem bekommen. Es gibt zwar Kontakte, aber es ist noch nichts bis zu uns gekommen.»

Frauen in Führungspositionen

Auf seine Kämpfer ist er stolz, auf die zahlreichen Frauen bei den YPG. «Bei uns gibt es viele Frauen in Führungspositionen, wir glauben an ihre Führungsstärke», so Can. «Sie sind aufrichtig und mutig.» Jeder dritte Kämpfer sei weiblich.

Mehr als 600 Tote hat die Schlacht um Kobane bislang gefordert, melden Aktivisten. Über 250 Kämpfer auf Seiten der YPG, gegen 400 Dschihadisten.

«Wir haben noch viele Kämpfer»

YPG-Kommandeur Can weiss, es wird ein langer, schwerer Weg, der noch viel mehr Opfer fordern wird. «Wir haben noch viele Kämpfer. Wir haben noch Potential, Strategien, die noch nicht angewendet wurden. In den nächsten Tagen gibt es noch ein paar grosse Überraschungen.»

Die Kurden sind siegessicher, sie wollen kämpfen bis zum Ende, die Terroristen verjagen. «Wenn wir sie hier besiegen, wird das die Terroristen verunsichern, ihre Moral schwächen», sagt Can.

Dass dabei ihre Stadt zerstört werden könnte, wissen die Kurden. «Der Preis ist hoch, aber wir sind bereit ihn zu zahlen», sagt Can. «Wir kämpfen hier für die ganze Welt.»

Publiziert am 18.10.2014 | Aktualisiert am 18.10.2014
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26 Kommentare
  • Peter  Zillner , via Facebook 19.10.2014
    Das Wichtigste ist, dass es mehr Dschihadisten erwischt und lt.
    den Zahlen die man liest ist es Gottseidank so !! Viel Glück und
    alles Gute wie mehr Muniktion und Waffen den tapferen Kurden !!
  • Gottfried  Balzli 18.10.2014
    Unsinn! Die Kurden kämpfen nicht für die ganze Welt, sondern zu Recht für ihre Familien und für sich selbst. Hört endlich auf mit solchem Kitsch.
    • Pippa  Fischer aus Sankt Gallen
      18.10.2014
      Was, wenn die Kurden, genauso wie die syrische Armee alles stehen und liegen lassen und das Gebiet verlassen? Welches Land wollen die IS Schlächter wohl als nächstes erbobern? Die Türkei! Danach den Rest der Welt - wenn wir sie nicht aufhalten, wir KURDEN und die Amis! Über die Terror-Schläfer will ich gar nicht nachdenken...
  • Manfred  Eigner aus Seuzach
    18.10.2014
    Der "Nahe Osten" ist ein hochexplosives Pulverfass. Fakt ist auch,
    dass die Türkei unter keinen Umständen den Kurden ein wie auch immer geartetes Autonomiebestreben zubilligt. Die Türkei strebt an, sich als Großmacht im "Nahen Osten" zu etablieren, wenn Syrien
    restlos am Boden liegt. Wir werden Völkerwanderungen ungeahnten
    Ausmaßes erleben und die Bildung neuer Grenzverläufe. Und über
    allem folgt dann die weitere Islamisierung Europas. In 100 Jahren
    ist Europa Geschichte.
  • Heinrich  Hardliner 18.10.2014
    Die Türkei muss als Stabiles Land in der ganzen Region gestärkt werden und nicht ein paar daher gelaufene Separatisten auf die mann nicht zählen kann wenn es drauf ankommt.
    Es ist ein gefährliches Spiel das Europa mit der Türkei treibt in dem sie dessen Gegner stärken wenn die Türkei nicht wäre würde diese Region ausseinander fallen.
  •   18.10.2014
    Noch einmal und in aller Deutlichkeit: Für mich kämpft da unten garantiert niemand! - Dies nicht zu veröffentlichen ändert meine Meinung auch nicht!