Knast oder Pleite

  • Publiziert: 21.05.2008, Aktualisiert: 13.01.2012

NEW YORK – Der Musikmogul Lou Pearlman, der Bands wie N'Sync und die Backstreet Boys gross herausbrachte, ist wegen Millionenbetrugs zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Richter machte ihm aber noch ein anderes Angebot.


Ein Richter in Orlando im US-Bundesstaat Florida sagte dem 53- Jährigen heute allerdings, für jeweils eine Million Dollar, die er den Opfern zurückzahle, werde ihm ein Monat der Strafe erlassen. Das berichtete die örtliche Zeitung «Orlando Sentinel» auf ihrer Internetseite.

Der schillernde Geschäftsmann soll über zwei Jahrzehnte hinweg mit einem gewaltigen Betrugsszenario Anleger und Banken um mindestens 300 Millionen Dollar gebracht haben. Mit gefälschten Papieren und Bankbelegen brachte er sie dazu, in seine Scheinfirmen zu investieren.

Im März hatte sich «Big Poppa», wie Pearlman sich von seinen jungen Musikschützlingen gern nennen liess, teilweise schuldig bekannt.

Richter Kendall Sharp sagte, zu den Opfern gehörten auch Familienmitglieder, enge Freunde und alte Menschen, die ihr gesamtes Erspartes verloren hätten. «Deshalb hält sich die Sympathie des Gerichts in Grenzen», erklärte er.

Nach Bali geflüchtet

Die Klagen von Opfern belaufen sich dem Bericht zufolge inzwischen auf fast eine halbe Milliarde Dollar. Die Ermittlungen gegen Pearlman waren Ende 2006 ins Laufen gekommen. Kurz darauf flüchtete er aus den USA und konnte erst im Sommer 2007 auf Bali, wo er unter falschem Namen lebte, festgenommen werden. Seine Konten wurden beschlagnahmt.

Da es um einen Schaden von etwa 300 Millionen Dollar und eine 300 Monate lange Strafe geht, könnte Pearlman sich nach der Zusage des Richters «freikaufen», wenn er solvent genug ist. Das gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Der für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannte Manager hatte nach den Erfolgen mit NSync und den Backstreet Boys in den 90er Jahren zuletzt der Teenie-Band US5 zum Durchbruch verholfen. (SDA/gux)

play Schlimmer Finger im Musikgeschäft der Grossen: <br></br>Lou Pearalman. (AP)

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