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Francis Evrad (63) ist Wiederholungstäter. Seit 18 Jahren sitzt der Franzose wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern in Haft. Dann, ein paar Wochen vor seiner erneuten Entlassung, passiert das Unglaubliche: Der Gefängnis-Arzt verschreibt dem Pädophilen das Potenzmittel Viagra. Ein Fehler, der das Leben eines Fünfjährigen für immer verändern wird.
Neben dem Jungen liegt eine Packung Viagra
Nur ein paar Wochen nach seiner Entlassung im Juli 2007 entführt Francis Evrad den kleinen Enis (5), sperrt ihn ein und betäubt ihn mit Medikamenten. Die Polizei findet den Fünfjährigen später nackt in der Garage seines Peinigers – neben ihm eine offene Packung Viagra.
Heute hat der Prozess gegen Francis Evrad begonnen. Der 63-Jährige ist geständig. Ihm droht jetzt eine lebenslange Haftstrafe. In einem Brief bat er Präsident Nicolas Sazkozy darum, ihn kastrieren zu lassen. Eine chemische Kastration hatte Francis Evrad schon versucht. Als sein Antrag auf Haftentlassung damals abgelehnt wurde, brach er die Behandlung aber sofort ab (Blick.ch berichtete).
Eine Frage bleibt am ersten Tag des Prozesses unbeantwortet im Raum stehen: Wie kann es passieren, dass ein Gefängnis-Arzt einem pädophilen Wiederholungstäter kurz vor seiner Entlassung Viagra verschreibt? Der Arzt sagte dazu laut der News-Internetseite «nouvelobs.com» aus: Er habe die Akte des Häftlings nicht gekannt. Mehr als grob fahrlässig.
Strengeres Gesetz verabschiedet
Der Fall hat in Frankreich für grosses Aufsehen gesorgt. Infolge dessen verabschiedete Nicolas Sarkozy 2008 ein neues Gesetz: Als gefährlich eingestufte Kriminelle sollen nach Haftende in eine Sicherungsverwahrung kommen. Dies gilt jedoch erst für Täter, die nach Verabschiedung des Gesetzes verurteilt wurden. Derzeit wird ein weiteres Gesetz vorbereitet, um die Überwachung entlassender Sexualstraftäter mit Hilfe elektronischer Fesseln zu verschärfen. (s5j)